Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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mir nur noch den Bruder, den Freund, den ernſten Gefährten ihres ernſten Lebens ſehen. Mein Zweck wird rrreicht ſein, und ihre Geſchäfte als Hausfrau, die Sorge und Pflege, die ſie mir ſchenken wird, ihre häufigen Andachtsübungen werden die vernünf⸗ tigſte, ehrlichſte Frau aus ihr machen

Die Klugheit und meine Erfahrung in Betreff der Frauen haben mir eine ſcheinbar unbedeutende und dennoch ſehr wichtige Maßregel gerathen.

Ich habe Albine eine von mir ausgewählte und geprüfte Kammerfrau gegeben. Sie heißt Madame Claude und hat immer in vortrefflichen Häuſern ge⸗ dient, unter andern bei der Frau Herzogin von **, einer ehemaligen Geliebten von mir, wo ich ſie kennen und ſchätzen gelernt habe. Sie iſt ſehr häßlich, ſehr eigennützig, aber eben ſo geſchmeidig als einſchmeichelnd und gewandt. Sie hat es einzurichten gewußt, daß ſie vor acht Tagen von Albine und ihrer Mutter ange⸗ nommen worden iſt. Wohl verſtanden, man glaubte mich dieſem Schritte, der zum Voraus zwiſchen mir und Madame Claude verabredet geweſen, völlig fremd; um mein Spiel beſſer zu verbergen, war ich auch dem Scheine nach wenig begeiſtert über die Wahl von Al⸗ bine, und ich erhob ein Geſchrei über das Alter und das widerwärtige Geſicht dieſer neuen Kammerfrau, worauf mir Madame Chevrier weiſe zur großen Zu⸗ friedenheit ihrer Tochter erwiederte, man müſſe mehr Vertrauen und Sicherheit bei einer Kammerfrau von reiferem Alter und von wenig anziehendem Aeußern haben, als bei einem oft unbeſonnenen jungen Mädchen, das geneigt ſei, ſich Schmeicheleien ſagen zu laſſen; ich ſchien ihren Gründen nachzugeben, während ich mich ſortwährend von einer großen Kälte gegen Madame Claude, meine mir ergebene Creatur, zeigte.

Ich habe ſo viele Kammerfrauen' die Liebesgeheim⸗ niſſe ihrer Gebieterinnen beſitzen ſehen, dieſe Compli⸗