Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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das eine Stunde vor dieſer gezwungenen Hingebung ſeiner ganzen Perſon nach den Grundſätzen der Erzie⸗ hung kaum ſeine Blicke auf eben dieſen Mann zu hef⸗ ten wagte.“

Die erwähnten Philoſophen ſehen in dieſem plötz⸗

lichen Abſchluſſe der Heirath eine Barbarei und eine empörende Unzüchtigkeit; ſie ſchildern die Keuſchheit einer jungen Perſon, welche zittere und bebe, von Angſt, häuſig von Schrecken erfüllt bei dem Gedanken, der Schleier der Schamhaftigkeit, mit dem ſie ſich ſelbſt vor den Augen einer Schweſter oder einer Geſpielin umhüllte, werde auf eine rohe Weiſe kraft ſeines Gattenrechtes von einem beinahe unbekannten Manne zerriſſen werden. . Aus den von ihnen bezeichneten Monſtruoſi⸗ täten ſchließen die erwähnten Philoſophen und ver⸗ ſichern, von ihrer Hochzeitnacht an hegen viele Frauen gegen ihren Mann einen Widerwillen, einen Ekel, eine Abneigung, und es ſei dies ſogar oft die Urſache der Ehebruche, welche ſo viele Ehen entehren.

Meiner Anſicht nach urtheilen dieſe Philoſophen als die Philoſophen, die ſie ſind.

Die Ehe iſt durchaus nicht ein Band oder ein Vorwand von Liebesfreuden.

Die Ehe iſt ein Leben ſtrenger Pflichten und Opfer, beſonders von Seiten der Frau: dafür zeugt die Mut⸗ terſchaft, die nur unter grauſamen Schmerzen in Er⸗ ſ geht und eine beſtändige Selbſtverlengnung heiſcht.

Ich wundere mich daher nicht, ich wünſche mir beinahe Glück zu der finſtern Entrüſtung, die mir die⸗ ſen Morgen Albine, als ich ſie verließ, durch ein mür⸗ riſches, verächtliches Stillſchweigen bezeigt hat. Sah man ihre ſchmerzliche Verwirrung, ihre ſtumme Ver⸗ zweiftung, ſo hätte man glauben ſollen, ſie habe mir eine ſchändliche Beſchimpfung vorzuwerfen. Iſt aber dieſer vorübergehende Verdruß vergeſſen, ſo wird ſie in