Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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ſorſchungen fruchtlos geweſen; . dann bin ich nach

Italien abgereiſt. .

Die Erinnerung an meine Verbindung mit Ceſa⸗ rine hat mich bewogen, die von mir um dieſe Zeit geſchriebenen Blätter meines Tagebuchs noch einmal zu leſen. Das Reſultat dieſes Leſens iſt, daß ich mir, ſowohl für mich als für Ceſarine, immer mehr Beifall ſpende, daß ich das dem ſterbenden Hyarinthe geleiſtete Verſprechen nicht erfüllt habe. . .

Bei meinen Zweifeln, dem Charakter und der Na⸗ tur von Ceſarine, welch eine Hölle wäre unſere Ehe geweſen! Ich hätte wohl zahlreiche Untreuen an ihr begangen und heute würde ich dieſelbe Sättigung . dieſelbe Erſchöpfung des Herzens und der Sinne fühlen.

Und dann; durch welche Ausſchweifungen würde dieſe feurige Frau nicht meine ſchlimme Aufführung erwie⸗ dert haben?

Heute, da meine Jugend abgenutzt iſt, heute, da es mein einziger Wunſch iſt, meine Jahre der Reife und mein Alter mit einer Frau hinzubringen, bei der ich Ruhe, Sicherheit und Glück finde, wäre ich alſo auf immer an Ceſarine gekettet .. oder von ihr getrennt; aber unfähig, mich zu verheirathen, und genöthigt, in einer unehelichen Verbindung die Ruhe und die Pflege zu ſuchen, die für mich ſo hohe Bedürfniſſe ſind.

Indem ich dieſes Tagebuch von einſt wiederleſe, wo ich mir bitter meinen Verkrauensmißbrauch gegen Hyaeinthe, einen Verrath, den ich unter Paradoren zu masquiren geſucht hatte, vorwerfe, finde ich folgende Stelle: Wer weiß! vielleicht werdeich auch eines Tages heirathen? Wie furchtbar treffend würden dann dieſe Blätter aus meinem Junggeſellenleben!

Ich frage mich vergebens nach dem Sinne, den mein Geiſt damals mit dieſen Worten verband.

Fernand Dupleſſis. II.