Sie? Ich, der ich zu Ahnen Schöppen und Stadtvögte habe, ich Ihr Oberherr? Und ſie ſprechen dieſe Worte vor ich weiß nicht wie viel Ahnherren und Ahnfrauen mit ſtolzen, ſtrengen Mienen aus, deren Portraits Ihren Salon ſchmücken. Hier hohe Barone, Sene⸗ ſchalle, Connetables, Cardinäle, Marſchälle, dort Aebtiſ⸗ ſinnen, Admiralinnen, Connetablinnen, Marſchallin⸗ nen .“ Wenn ich Dich in meine Arme ſchloß, o Bertha, kam es mir auch vor, als ſchauten uns aus ihren mit Wappen verzierten Rahmen herab zehn Jahr⸗ hunderte zu.
Fahret wohl, ihr atlaßpapierenen, mit einer Her⸗ zogskrone geſtempelten Briefe. Fahre wohl, Liebes⸗ ſchlinge gemacht aus Deinen Haaren, o Bertha, deren goldene Bänder, in einer Rückerinnerung an das alte Ritterthum, nach Deinem Wunſche als Dank um mein Fauſtgelenke für die Ewigkeit genietet worden waren. Lebe wohl alſo, Bertha, lebe wohl!
Lebe wohl, Ceſarine, die Schöne, die Leiden⸗ ſchaftliche! Doch bei dieſer Erinnerung wird mein Herz beklommen, traurig. Zwei Jahre ſind ſeit dem Tode von Hyaeinthe vergangen, und ich kann mich dieſer Liebe nicht ohne eine bittere Traurigkeit erinnern!
Armer Hyaeinthe! engeliſches Herz, zarte, treffliche Seele, bezaubernder Geiſt, wie wir mit Ceſarine ſagten.
Als ich in dieſem Augenblick Deine Briefe ver⸗ brannte, fand ich das ſchon durch die Jahre ein wenig
elb gewordene Velin, auf das Du für mich in unſerer Fugene armer Hyacinthe, die zarte und naive Fabel und vom Falken geſchrieben atteſt.
Ach! Du allein haſt Deinen Schwur gehalten . Der kleine Zaunkönig hat ſeinen Freund bis zum Tode geliebt. . .
Was aus Ceſarine und meinem Kinde geworden iſt, weiß ich nicht; neun Monate lang ſind meine Nach⸗


