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Nach einem Frühſtück, beſtehend aus Eiern, Milch⸗ werk und Früchten, ließ mich Roſa im Einzelnen dieſes koſtbare und elegante Wohngebäude ſehen, wo ihre jungen Jahre vergangen waren. Sie führte mich in ihr Mädchenzimmer, in dem noch ihre fünfzehnjährigen Erinnerungen lebten, die ſich auch bei jedem Schritte wiederfanden, den wir mit einander in dem herrlichen Parke machten; ein engliſches Flüßchen durchzog ihn. Ich ſtieg mit Roſa in einen Nachen, und wir überließen uns dem Laufe des Waſſers, unter dem dichten Schatten von Thränenweiden, Tamarisken und Cypreſſen, welche dieſes Flüßchen mit einem Gewölbe von undurchdring⸗ lichem Grün bedeckten; dann kehrten wir zurück, um eine Promenade im Walde von Saint⸗Leu zu machen; Roſa war reizend im Amazonenkleide und ritt vor⸗ trefflich; wir gingen allein ab. Sie ritt ihre Lieblings⸗ ſtute Ophelia. Die ſchattigen, ungeheuren Alleen des Waldes mit dem feinen, zarten Raſenteppich boten uns endloſe Perſpectiven. Zuweilen ſetzten wir unſere Pferde in einen ſehr langſamen Galopp, und, die linke Hand von Roſa in meine rechte geſchloſſen, ritten wir ſo ſachte auf der durch das Blätterwerk der hun⸗ dertjährigen Eichen verdüſterten Wieſe; bald ließen wir unſere Pferde im Schritte gehen in einer kleinen buſchreichen, einſamen Allee; ich umſchlang mit einem meiner Arme den geſchmeidigen Leib von Roſa, die ſich zif ihrem Thiere zurückbog, und wir wechſelten einen
uß.
Oh! während dieſer beglückten Stunden, welche Lie⸗ beständeleien, welche Herzensergießungen, welche zärtliche Worte! Ich war vier und zwanzig Jahre alt, ſie kaum zwanzig.
Wir kehrten nach Saint⸗Preuil am Saume des Waldes zurück und bewunderten als Liebhaber und als Künſtler die tauſend Abwechſelungen von Licht und Schatten, welche im tiefen Thale das langſame Sinken der in der NReigung begriffenen Sonne hervorbrachte.


