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Und unſere ewigen Schwüre, aufrichtig wie unſer Herz, und geſchrieben mit unſerem Blute, denn Du wollteſt auch mit einer Nadel in einen Deiner hübſchen Finger ſtechen, um auf das Blatt, das ich ſo eben verbrannt habe, zu ſchreiben: Julie gehört Fer⸗ nand für das Leben; und unſere ausgetauſchten Haarlocken! und dieſe verbleichten Bandknoten und dieſe verdorrten Blumen, ſo lange aufbewahrte, geliebte Schätze der jungen Jahre; nun bleibt von euch nur noch ein wenig Aſche.
Lebe wohl, Julie, fahret hin, Erinnerungen an dieſe vier Monate ſo voll von einer bezaubernden Liebe, rein und mild wie ein ſchöner Frühlingstag des Lebens ... Lebe wohl, Julie . Ich habe Dich ſeitdem wieder⸗ geſehen als geehrte Gattin, als zärtlich geliebte Mut⸗ ter; eine ernſte Freundſchaft iſt an die Stelle unſerer Liebe getreten.
Lebe wohl, Henriette, Du, die Du mich zuerſt die Qualen der Eiferſucht haſt kennen lernen, die ein Gatte einflößen kann, abgeſehen von den Drangſalen der ehebrecheriſchen Verbindungen.
Dein Mann war jung und ſchön, Du zitterteſt, unſer Geheimniß entdeckt zu ſehen; wie viele lange Stunden habe ich auch in der Erwartung und in der Beklommenheit hingebracht, wenn ich verborgen hinter den grünen Läden der kleinen unbekannten Wohnung, wo wir zuſammenkamen, von fern auf Deine Ankunft lauerte; welches Herzklopfen, wenn ich einen Fiacre mit geſchloſſenen Vorhängen kommen ſah! welche Ban⸗ gigkeit, wenn einer von den ſpärlichen Vorübergehen⸗ den vieſen Fiaere ſchärfer zu betrachten ſchien. Es unterlag keinem Zweifel, Du wurdeſt beſpäht, man folgte Dir, Du warſt verloren! Ich ſtand unbeweglich am Fenſter, und mein Herz zuckte vor Angſt! Doch nein, vergebliche Furcht, der Vorübergehende hat ſich gleichgültig entfernt, der Fiaere hält vor der kleinen Thüre; ich ſehe Dich mit heruntergelaſſenem Schleier


