Ermangelung eines natürlichen Wiberwillens, nicht Vernunſt genug haben, um das Blut ihrer Frauen immer abzukühlen, unter dem Vorbehalte, irgend eine obſcure Geliebte zu nehmen, wenn ſie zu ſehr vom Teu⸗ fel verſucht werden.
Alles ſteht alſo auf's Beſte. Es wird ſehr angenehm für mich ſein, Albine, welche jung und hübſch, in meinem Herrenhauſe um mich her gehen, mir meine
Eſelsmilch bringen, ſich mit der Diät, die ich befol⸗
gen muß, beſchäftigen, mich im Falle einer Krankheit pflegen, kurz als eine wahre barmherzige Schwe⸗ ſter für mich forgen zu ſehen.
Der einzige Vorwurf, den ich mir machen muß, iſt, daß ich durch eine ſcheinbare Einräumung Albine verborgen habe, wir werden mein Gut im Berry einige Jahre nicht verlaſſen; es war unnütz, zum Voraus einen unfruchtbaren Streit über einen ganz und gar meiner ehelichen Autorität unterworfenen Gegenſtand herbeizuführen; ich werde übrigens dieſe Autorität nicht anzuwenden brauchen, ich beſitze zu viel Erfahrung im Punkte der Frauen, um nicht mit dem erſten Blicke zi offene achtzehnjährige Herz völlig ergründet zu
aben.
Albine iſt eine gute und vortreffliche junge Per⸗ ſon, von einem ſehr wenig entwickelten, um nicht zu ſagen, beſchränkten Geiſte, von einem ſchüchternen, leicht fügſamen und wie Wachs ſtreckbaren Charakter; ihre indolente und ein wenig lymphatiſche Natur, wie mein Arzt ſagt, deutet, ſeiner Anſicht nach, immer eine große moraliſche Sanftheit und ein friedliches Blut an. In den Ueberlieferungen der bürgerlichen Tu⸗ genden erzogen, hat ſie ſich nie aus der Ehe eine von den romanhaften Ideen gemacht, welche ſo vielen jungen Mädchen in den Kopf ſteigen; übrigens (es iſt keine Geckenhaftigkeit von mir, wenn ich mir das geſtehe, ſondern eine für mich ſehr wichtige Beobachtung, aus
der ich meinen Nutzen ziehen muß), i habe ich


