Teil eines Werkes 
Fernand Duplessis oder Denkwürdigkeiten eines Ehemanns : 5.-9. Bändchen (1851) Fernand Duplessis ou Mémoires d'un mari
Entstehung
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harrt, ein Leben ganz der Erfüllung der Pflichten der Frau, das heißt der Sorge gewidmet, die ſie ihrem Manne, ihren Kindern und ihrem Hauſe ſchuldig iſt, ein Leben ſo glücklich als möglich gemacht durch alle Bequemlichkeit, durch jede wünſchenswerthe materielle Wohlfahrt.

Ich habe bei Albine immer ſehr auf der Wichtig⸗ keit der religiöſen Pflichten und Uebungen beſtanden und werde immer ſehr darauf beſtehen; beißt eine Frau einmal hieran an, ſo wird das eine Zerſtreuung, eine Beſchäftigung aller Augenblicke und hilft außer⸗ ordentlich zur Abtödtung und Verachtung des Flei⸗ ſches. Mit der Einſamkeit, einem Manne von Eis, der Devotion und einem in Schmerzen empfan⸗ genen Kinde, wie die Schrift fagt, muß eine Frau nothwendig einen Abſcheu gegen die Sinnlichkeit be⸗ kommen.

Es iſt wahr, ich bin nie in meinem Leben reli⸗ giös geweſen; fortan werde ich aber, um meiner Frau das Beiſpiel zu predigen, allen nothwendigen Anſchein annehmen, denn die Religion iſt beſonders nothwendig für die Frauen und für das Volk.

Einen Augenblick hatte ich befürchtet, die blühende, friſche Jugend von Albine, ihr wirklich hübſches Ge⸗ ſicht, ihr reizender Wuchs könnten mir einige Wünſche in Ermangelung von Liebe einflößen; es iſt dem nicht ſo; ich kenne mich, es wird nie ſo ſein; meine Sinne ſind erſchöpft, mein Herz iſt abgenutzt bis auf die letzte Fiber, und ſchlägt es zuweilen, wenn man ſo ſagen darf, rück⸗ wärts ſchauend, ſo geſchieht dies bei dem unver⸗ änderlichen Andenken an Madame Rahmond. Dieſe bezaubernde Frau iſt mein Ideal geweſen, wird es bleiben, weil dieſes Ideal nie durch den Beſitz profa⸗ nirt worden iſt, profanirt werden wird.

Ich bin alſo ſicher, daß ich immer gegen meine Frau in einer heilſamen Zurückhaltung verharren werde; dreifache Dummköpfe find die Ehemänner, welche, in