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Um die Heftigkeit ſeiner Verzweiflung, der er ſich überließ, als er allein war, zu erklären, müſſen wir die wahre Urſache ſeines Duells mit dem Oberſten Koller angeben und mittheilen, auf welche Weiſe er das Geheimniß der Schuld ſeiner Frau entdeckt hatte.
Den Tag vorher hatte er durch die Poſt unter Couvert mehrere Briefe von Des Roches an die Frau von Beauregard und ein Billet derſelben erhalten, das ſie denſelben Tag an Herrn Labirinte geſchrieben.
Die Marquiſe hatte in Gegenwart andrer Donmeſtiken einem Kammermädchen ſchwere Vorwürfe gemacht und dieſe rächte ſich an ihr dadurch, daß ſie dieſelbe hinterging, da die Frau von Beauregard die unglaubliche Unvorſichtigkeit began⸗ gen hatte, dieſes Mädchen als Vertraute zu behalten, ihr ein neues Billet an Labirinte anzuvertrauen und ihr auch das Käſt⸗ chen mit den Briefen des Kupitän Des Roches zu überlaſſen, welches Käſtchen ſie bei dem Kammermädchen ſicherer hielt.
Dieſe Entdeckung war ein Blitzſtrahl für den Marquis.
Nach zweiſtündigem Nachdenken hatte er ſeinen Entſchluß gefaßt.
Abends erſchien er im Clubb und ſcheinbar noch heiterer als gewöhnlich. Er trat in den Billardſaal, wo der Oberſt Koller ſpielte.
Der Marquis, ein ſo muthiger Mann wie irgend einer in der Welt, hatte den Oberſten mehrmals zwar artig, aber ſehr beſtimmt merken laſſen, daß ihm ſeine blutdürſtigen Prahlereien zuwider wären, und aus Laune oder aus Rückſicht für einen Mann, der ſeine Proben abgelegt, hatte der Oberſt die Bemer⸗ kungen des Marquis ruhig hingenommen.
An jenem Abende ſagte der Oberſt, während er nach einem Balle zielte, zu Beauregard:
„Marquis, ſo wahr ich meinem letzten Hühnchen, dem jungen Manne von neunzehn Jahren, den ſeine Mutter ſo ſehr beweinte, zur Ader gelaſſen habe, ich mache dieſen Ball in's Mittelloch.“ 8
— „Das iſt nicht wahr,“ ſagte Beauregard, und in dem Augenblicke, als der Oberſt ſtoßen wollte, ſtieß er ihn mit ſei⸗
nem Stockknopfe ſtark an den Elnbogen.


