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Serpentine. Weißt Du, Marquis, daß das Ehejoch Niemand ſo graziös trägt, als Du? Und doch ſind Deine Freunde ſehr beſorgt geweſen.
Lord Fitz⸗Herald. Ja, lieber Marquis, Ihre Verhei⸗ rathung war vierzehn Tage lang der Gegenſtand aller Geſpräche. Ich befand mich damals in London; es war ein Ereigniß. Bei Crockford wurden dreitauſend Guineen gegen das Gerücht ge⸗ wettet, das man für falſch erklärte.
Der Fürſt Caſtelti. Ich war in Mailand, und auch da ſprach man von nichts Anderem. Der Marguis von Beauregard heirathet! riefen die Damen; möge unſer Geſchlecht endlich ge⸗ rächt werden! Denn ich verheimliche es nicht, Marquis, in Italien ſtehen Sie zugleich in dem abſcheulichſten und dem be⸗ wundernswürdigſten Rufe.
Sainte⸗Luce. Ja die Ehe! Sie iſt die Klippe aller Männer, die Glück bei den Damen haben. Es bleibt ihnen durchaus keine Wahl übrig; ſie müſſen hintergehen oder hinter⸗ gangen werden.
Der Marquis. Was würden Sie vorzichen, zu hinter⸗ gehen oder hintergangen zu werden?
Sainte⸗Luce. Das iſt eine ſchwer zu beantwortende Frage, denn das Eine wie das Andere hat ſeine Reize für einen verheiratheten Mann. —
Clariſſe. Seine Reize!
Sainte⸗Luce. Allerdings; wird er hintergangen, ſo kann er ſich erhaben im Verzeihen zeigen; hintergeht er ſelbſt, ſo wiſſen Sie ja, daß nichts unterhaltender iſt, als ſolche kleine Untreue.
Der Marquis. Bei der Gelegenheit giebt es eine Frage zu löſen: eine Frau hat einen Liebhaber,
Serpentine. O das iſt ja alltäglich.
Der Marquis. Sie iſt ihm untreu.
Serpentine. Noch alltäglicher.
Der Marquis. Welcher von den beiden Liebhabern,
der erſte oder der zweite, befindet ſich in der ſchmeichelhafteſten
Lage?* Beaudricourt. Darüber braucht man gar nicht zu dis⸗
cutiren; der zweite, der neue, ohne Zweifel. Montal. Nein, der erſte, der alte. —


