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er ihr jemals untreu würde. „Jetzt habe ich Dich“, dachte die Frau von Surville, „Du wollteſt mich in meiner Nichte verwunden. —“ Und die verblendete Thörin kokettirte offen mit dem Goliath.
Des Roches. Die Unglückliche!
Serpentine. Sie können ſich die Freude der Herzogin denken, die ſich ihrerſeits die Aufgabe geſtellt hatte, ſich dem Preval unerträglich zu machen. Es war nur noch der letzte Schlag zu führen. Eines Morgens kam ſie zu der Frau von Surville, zerfloß in Thränen und ſagte, ſie habe ihr Wohl⸗ wollen gegen Preval bemerkt und wende ſich an ihr Herz, an ihren Edelmuth, denn ſie würde die Untreue Prevals nicht über⸗ leben. Dies bewog die Frau von Surville, die Herzogin auf der Stelle umzubringen, wenn es möglich ſei; ſie verſtärkte ihre herausfordernden Blicke gegen Preval, er benutzte dieſelben, und es währte nicht lange, ſo war er der ihrige. Aber ſehr bald er⸗ kannte ſie den Werth ihrer Wahl, wurde höchſt aufgebracht, durchſchaute die hinterliſtige Türke der Herzogin und ſchwur ihr Weiberhaß. Die Herzogin ihrer Seits ſagte zu Jedermann mit ihrer verwunderten aufrichtigen Miene: „Mein Gott, ich weiß nicht, was die arme Frau von Surville gegen mich hat; ſie wirft mir niederſchmetternde Blicke zu, ſeit ſie mit dem Herrn von Preval gut ſteht, als wenn es meine Schuld wäre.“
Des Roches. Allerliebſt.
Serpentine. Das iſt noch nicht Alles; die Frau von Surville wollte vor Zorn mit Preval brechen, der ihr aber zum Anfange, ohne Zweifel als Allegorie, einen Finger zerbrach. Deshalb ſieht ſie ſeit drei Wochen Niemanden bei ſich, und da jetzt Preval vollkommen bekannt iſt, wird es lange währen, ehe eine Andere ſie von ihm erlöſt.
Sainte⸗Luce. Sie muß warten, bis eine unſchuldige Fremde erſcheint.
Beaudricourt (eyr vertet. Bah! bah! Es iſt ein Mähr⸗ chen, das man erſonnen hat. Serpentine iſt ſo ſchadenfroh.
Der Marguis. Wenn es nicht wahr iſt, iſt es ſehr Schade, lieber Freund; da aber die Leute abgedeckt haben, will ich Ihnen auch eine Ehegeſchichte erzählen, die gewiß eben ſo viel werth iſt, als die Serpentinens. .


