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fürchtete ſich die arme Frau ſehr vor ihm und ſie zögerte lange, ehe ſie ihn verließ, endlich aber —
Serpentine. Darnach können Sie beurtheilen, wie ſchnell die Herzogin ſich von einem ſolchen Ungethüme freizu⸗ machen wünſchte. Zum Glück erinnerte ſie ſich der Gräfin Sur⸗ ville, ihrer Todfeindin, mit der ſie jedoch fortwährend in ge⸗ wiſſen freundſchaftlichen Verhältniſſen ſtand, um ihr immer etwas anhängen zu können, was bei vollſtändiger Trennung nicht möglich geweſen ſein würde. Sie näherte ſich ihr alſo wieder mehr.
Des Roches. Das nenne ich eine vorſichtige Frau.
Serpentine. Die Frau von Suwville war auf ihrer Hut, aber die Herzogin iſt ſchlau. Die Frau von Surville hatte eine heirathsfähige Tochter. Die Herzogin erlaubte ſich, unaufhörlich mit ihr von dieſer Tochter zu ſprechen, und ihr zu ſagen, ſie habe eine vortreffliche Partie für dieſelbe. Endlich ſchlug ſie ihr vor — rathen Sie, wen? — Montal! Das war grauſam.
Montal. Mich? Welcher Scherz!
Serpentine. Sie haben nichts davon erfahren, aber es iſt ſo, wenigſtens nach der Erzählung des kleinen Sainval. Suchen Sie Streit mit ihr, wenn Sie wollen, ich nenne meine Quelle. Nach dieſem Antrage der Herzogin dachte die Frau von Surville bei ſich: „Ich errathe Dich; Du haßeſt mich, Du möchteſt meine Nichte durch eine Heirath mit Montal un⸗ glücklich machen. Dieſer Bosheit wegen näherteſt Du Dich mir wieder, aber ich bin auf meiner Hut.“ Die Herzogin hatte erreicht, was ſie erreichen wollte; ſie erregte das Mißtrauen der Frau von Surville in Bezug auf deren Nichte, und verhinderte ſie dadurch, ſich vor Preval in Acht zu nehmen, den ſie ihr auf⸗ bürden wollte.
Der Fürſt Caſtelli. Eine treffliche Taktik!
Der Major Brown. Der Scheinangriff iſt ſehr klug er⸗ ſonnen.
Serpentine. Die Herzogin nahm ihr gutmüthiges Weſen an, ſprach allmälig immer vertraulicher mit der Frau von Surville, geſtand ihr endlich ihre Liebe zu Preval, dem reizendſten, dem zartfühlendſten und zärtlichſten aller Männer, und ſetzte hinzu, ſie würde ſich höchſt unglücklich fühlen, wenn


