Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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ſamkeit, oft mit geſpanntem Intereſſe angehört. Beſtimmter und einſchneidender Ausdruck, geſundes Urtheil, vollkommner Takt, die Jronie des guten Geſchmacks, eine aufgeklärte Vater⸗ landsliebe und tiefe Verachtung der politiſchen Gemeinplätze, das waren die parlamentariſchen Eigenſchaften des Herrn von Sainte⸗Luce. Zum „Löwen“ wurde er, weil er, der Geſetz⸗ geber, der luſtigſte Menſch war und bei den geiſtreichſten Poſſen im Nothfalle den ſchärſſten Verſtand verrieth.

Daß ein Mann von ernſtem Talente und von ernſter Stel⸗ lung überall und immer ernſt iſt, iſt achtungswürdig und lang⸗ weilig; daß ein frivoler und leichtfertiger Mann überall frivol und leichtfertig iſt, verdient Bewunderung; aber für ſelten und verdienſtlich halten wir es, ebenſo bei Tafel als auf der Rednerbühne zu glänzen, ebenſo ausdauernd einem Miniſter, wie einem Zecher gegenüber Stand zu halten, den Hermelin des Pairmantels in den Bacchanalien, deren Held man iſt, nie zu beflecken, mit dem Einen ernſt und würdevoll, mit An⸗ dern toll und ausgelaſſen zu ſein und Alles zu thun, was Einem gefällt und doch Allen zu gefallen. Aus dieſem Grunde hatte der Graf von Saint⸗Luce alle Anſprüche auf den Titel eines „Löwen““.

Der Herr von Baudricourt, der andere Gaſt, war in einer andern minder glänzenden Art ausgezeichnet, und nicht minder berühmt. Er war ein vollendeter Spieler in Whiſt und Piquet, beſonders aber bekannt durch ſein hohes Spiel. Man erwähnte Partien, die er mit Herrn H. oder Lord G. geſpielt und bei denen, die Wetten eingeſchloſſen, vier bis fünftauſend Louisd'or geſtanden hatten. Auf den höchſten Gipfel wurde ſein Ruhm dadurch geſteigert, daß er eines Tages einen Rentenſchein von zweitauſend Livres geſetzt und ſtatt: „ich ſetze tauſend Louisd'or“, geſagte hatte: „ich ſetze hundert Louisd'or Rente“.

Wenn ein Fremder eine ungewoͤhnliche Partie vorſchlug, ſo antwortete man: „Warten Sie, bis Baudricourt kommt; wo iſt Baudricourt? Nur er kann ein ſolches Spiel ſpielen?“ Das Ende und der Zweck aller Dinge war für Baudricourt das Spiel; das Spiel war das durchaus nöthige Zubehör eines Diners, eines Wettrennens, einer Jagdpartie; nach der Oper folgte das Spiel; nach dem Balle das Spiel; früh, den ganzen Tag wurde geſpielt. Die Hazardſpiele verabſcheute er; wie