Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Eine Menge anderer Züge der Art hatten dem Major öfters den Titel eines „Löwen“ in der eigentlichen Bedeutung des Wortes erworben. Uebrigens war er noch jung, ſchlank gewachſen und auf ſeinem Geſichte ſprach ſich ſein energiſcher Charakter aus.

Bald fanden ſich der Fürſt Caſtelli und der Herzog von Serda ein.

Der Fürſt Caſtelli, ein vornehmer Florentiner, früher als Carbonaro verbannt, ſchien der Zeit der Medicäer anzugehören wegen ſeiner Eleganz, ſeiner ausgelaſſenen Luſtigkeit und ſeiner glühenden Freiheitsliebe; in Verſchwörungen hatte er ſchon hun⸗ dertmal mit heldenmüthiger Sorgloſigkeit ſeinen Kopf gewagt. Sah man dieſen heitern ſchönen Fürſten der Renaiſſance, der ſich gleichſam in unſere traurige Zeit nur verirrt hatte, ſo mußte man ihm einen der prachtvollen Anzüge der Herren Titian's wünſchen, die ſo ſtolz, mit ſchönen Frauen am Arme, in jenen großen Villen unter tiefblauem Himmel, auf den von Bäumen beſchatteten weißen Marmorſtufen hinſchreiten.

Der Fürſt Caſtelli brauchte eigentlich nicht Fürſt zu ſein; er ſang als vollendeter Künſtler und componirte wie ein Meiſter. In Folge ſeines ſeltenen Talentes und ſeiner reizenden Laune war auch der Fürſt Caſtelli ein wahrer „Löwe“, wie denn überhaupt, Herrn Labirinte und Ewen ausgenommen, faſt alle Gäſte des Marquis mehr oder minder merkwürdige Männer waren. 8

Der Herzog von Serda, Grand von Spanien, Marquis von Buonaviſta u. ſ. w., hatte in der Normandie eine koſtbare Stuterei angelegt, die ihm ungeheure Summen koſtete. Seine „Zöglinge“ hatten bereits in Chantilly und auf dem Mars⸗ felde glänzende Siege gewonnen. Er zuerſt hatte in Frankreich die Sitte eingeführt, die Rennpferde in Wagen transportiren zu laſſen. Auch er konnte für einen „Löwen“ gelten. Uebrigens war er ein ächter Spanier, bleich und hager, mit hochblondem Haar, das Velasqucz unſterblich gemacht hat, ernſt und ſchweig⸗ ſam, ſah aber, trotz ſeiner Kleinheit, ächt vornehm aus.

Bald darauf trat der Graf von Sainte⸗Luce ein, ebenfalls ein „Löwe““. Dieſer junge Pair vertrat in der hohen Kammer würdig die unter der Kaiſerherrſchaft geborene Jugend und er wurde von jener berühmten Verſammlung immer mit Aufmerk⸗