139
danken den Platz ein, den das unklare und bleiche Geſicht von Treff⸗Hartlog inne gehabt hatte.
In dieſem Sinne ſchrieb Ewen einen langen Brief an ſei⸗ nen ehemaligen Lehrer und fügte einige Zeilen für Les⸗en⸗Goch und die alte Ann⸗Jann hinzu. Bei der Lectüre dieſes Schrei⸗ bens mußte der Abbs vor Freude ſpringen und das alte Diener⸗ paar vor Freude weinen, denn der Mab⸗mer⸗brin kündigte ſeine nahe Rückkehr an.
Um ſeinen Aufenthalt in Paris zu benutzen, und alles Merkwürdige zu ſehen, hatte Ewen ſich entſchloſſen, noch höch⸗ ſtens vierzehn Tage zu bleiben und dann in ſeine liebe Bretagne zurückzukehren. *
Nicht ohne eine faſt peinliche Aengſtlichkeit wartete der junge Baron auf die Zeit, in der ſein Vetter ſich einfinden und ihn zu dem Diner im Rocher de Cancale abholen ſollte. Dieſes Diner kam ihm entſetzlich vor.
Und allerdings, der Uebergang von der einſamen Küſte von Armorica zu einem Diner in Geſellſchaft von „Unreinen,“ das ein verheiratheter Mann gab, der zwei Geliebte hat, die Liebhaber ſeiner Frau neckt und am Morgen deſſelben Tages einen Mann im Duelle getödtet hatte, — war für den Zögling des Abbé von Kerouellan ein zu raſcher.
Nach dem Rathe ſeines Vetters kleidete ſich der Herr von Ker⸗Ellio ſehr einfach; er wählte einen blauen ganz zugeknöpf⸗ ten Frack, eine weiße Weſte und ſchwarze Beinkleider. Es lag durchaus nichts Bemerkenswerthes in ſeinem Anzuge und doch ſah er ſehr elegant aus. Um ſieben Uhr kam der Herr von Montal und Beide begaben ſich nach dem „Rocher de Cancale“.


