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— „Wer wird von den Damen außerdem da ſein?“ fragte Herr von Montal.
„Die boshafteſte, die frechſte, die beißendſte, die teufliſchſte Teuflin unſerer Hölle — Serpentine.“
— „Der Name verſpricht etwas“, meinte Cwen lächelnd.
„Es iſt nur ein Spitzname“, erklärte Montal, „eigent⸗ lich heißt ſie Adele Clermont, aber ſie iſt, wie der Marquis ſagt, allerdings das diaboliſcheſte Geſchöpf, ein Dämon; ſie ſchont nichts, reſpectirt nichts, kennt alle Scandale, denn ſie ſieht nur Männer aus guter Geſellſchaft, und ſagt Alles, was ſie weiß, wenn ihr die Luſt ankommt, ohne auf die Liebhaber und Ehemänner Rückſicht zu nehmen.“
— „Dabei ſchön wie ein Engel“, ſetzte Des Roches hin⸗ zu, „und keck wie Lucifer.“
„Ich vergaß die Clariſſe Harlowe und die ſchöne Griechin“, fuhr der Marquis fort.
— „Wenn der Name „Serpentine“ bedeutungsvoll iſt“, fiel Ewen ein, „ſo iſt es Clariſſe Harlowe nicht minder, nur kommt mir dieſer Name in einer ſolchen Geſellſchaft zu ſenti⸗ mental vor.“
„Beruhigen Sie ſich“, erwiederte der Marquis, „Clariſſe Harlowe iſt ein Name, der gerade das Gegentheil bezeichnen ſoll. Clara Duval iſt das ausgelaſſenſte, luſtigſte, ſorgenloſeſte
Mädchen, das jemals Abends eingeſchlafen iſt, ohne zu wiſſen,
wovon es morgen leben wird; ſie ſteht am Ende ihrer zweiten Million, die Lord Fitz⸗Herald repräſentirt. Die ſchöne Griechin iſt etwas glänzend Schönes, das man bei einem guten Diner haben muß: Serpentine für den Geiſt, Clariſſe Harlowe für die tolle Luſtigkeit, die Griechin wegen der Schönheit; ein Diner
iſt ohne dieſes Kleeblatt nicht vollſtändig. Mamſell Emma, die
mir angehört, iſt dumm wie eine Gans und ihre Schweſter gleicht ihr, aber ſie ſind beide ſehr hübſch, und ihre Dummheit iſt ſo coloſſal, daß man bisweilen zu der Meinung verſucht
wird, ſie für geiſtreich zu halten.“
— „Wer wird von den Herren da ſein, Marquis?“ „Von Herren? — die Inhaber jener Schönen, nämlich
Sainte Luce für die Serpentine, Baudricvurt für die ſchöne
Griechin, Fitz⸗Herald für Clariſſe Harlowe, dann der Major Brown, der Herzog von Serda, der Fürſt Caſtelli, ſonſt Niemand.
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