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— „Hören Sie nicht auf den Marquis, er treibt Spott mit mir. Ich habe das Unglück, nur die Mädchen von ſchlechter Geſellſchaft zu lieben. Die Frau Marguiſe imponirt mir, um es rein herauszuſagen, ich fürchte mich vor ihr. Ich habe nicht die Ehre, ihr zu gefallen und der Marquis höhnt mich unbarm⸗ herzig.“
„Gleichviel“, fiel Herr von Beauregard ein, indem er ſich an Ewen wendete, nehmen Sie ſich vor Des Roches in Acht, wenn Sie meiner Frau einige Aufmerkſamkeiten erweiſen. Auch ein gewiſſer Herr Labirinte beſchäftigt ſich viel mit der Marquiſe, aber ich weiß freilich nicht, ob er für einen gefährlichen Gegner zu halten ſei. Was meinen Sie, Des Roches?“
— „Den Teufel auch, Marquis! Wenn ich ſo glücklich wäre, mir wegen der Anbeter der Frau von Beauregard Sorge zu machen, würde ich den Herrn Labirinte ſehr fürchten. Be⸗ denken Sie doch — ein junger Dichter, blühend wie eine Roſe im Mai, überdies Deputirter und die rechte Hand des Mini⸗ ſters, wie heißt er doch? des vertrauten Freundes des Herrn von Montal!“
„Freilich“, entgegnete der Marquis, „als Deputirter hat er einen Vorzug vor Ihnen, mein armer Des Roches, voraus. Sie dienen dem Lande, während Herr Labirinte regiert, und die Frauen herrſchen bekanntlich gern über — die Regierenden.““
— „Möglich, Marquis“, fiel Montal ein, „aber wir wollen uns nicht in die Angelegenheiten anderer Leute miſchen.“
„Sie haben Recht, lieber Freund; ich zeige da Mangel an gutem Geſchmack, da ich mir das Anſehen gebe, als wollte ich zwei Nebenbuhler gegen einander aufreizen, als ob mich die Sache etwas anginge. Sprechen wir alſo, ohne Uebergang, von den „Unreinen“ unſers Diners. Zuerſt bringe ich Ihnen Fräulein Emma und deren Schweſter Herminie. Emma iſt“, ſetzte er gegen Ewen hinzu, „ein ausgezeichnetes Mitglied des Ballets bei der Oper und Herminie eine nicht minder ausge⸗ zeichnete Soubrette an einem kleinen Theater. Beide ſind mein. Wenn es Ihnen angenehm iſt, will ich Sie bei den Mädchen einführen, und Sie haben dann die Frau von Beauregard von der guten Geſellſchaft und Mamſell Emma und deren Schweſter von der ſchlechten.“


