Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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trotz der Gefahr, den frechen Marquis von Beauregard und jene Demoiſelle Julie zu treffen, immer wohl thun, wenn Sie den Herrn Grafen von Montal beſuchen. Solche junge Leute ken⸗ nen alle Welt, und Sie erhalten vielleicht von ihm ſogar nütz⸗ liche Winke über die Art, wie Sie mit dieſem Dunoyer in's Reine kommen, und worüber ich mit ihm nicht ſprechen konnte, ohne von Ihnen beauftragt zu ſein. Reiſen Sie alſo nach Paris, mein Sohn, ſobald als möglich, ſowohl wegen Ihrer Geldangelegenheiten, als auch wegen der Geſundheit Ihres Ge⸗ müths. Befinden Sie ſich einmal in der großen Stadt, ſo wer⸗ den Sie, ſelbſt gegen Ihren Willen, von der Melancholie frei werden, die an Ihnen nagt, und nach wenigen Monaten ruhig und mit dem Vorſatze zurückkommen, von meiner Hand eine Frau anzunehmen.“

— „Sie haben vielleicht Recht“, antwortete Ewan, „meine krankhafte Phantaſie hat einige ſeltſame Ereigniſſe bis . in's Abenteuerliche geſteigert. Die Zerſtreuungen in Paris, die Ortsveränderung, die Sorge für mein Intereſſe werden dieſe thörichte und unglückliche Melancholie verſcheuchen. Ja, mein alter Freund, ich hoffe es; geheilt von meiner Traurigkeit werde ich zurückkommen und durch Sie um Eine Ihrer Schutzbefohl— nen werben.“

„Komm, mein Sohn“, rief der Abbé, „komm in meine Arme! Seit langer Zeit hat mein Herz nicht ſo freudig ge⸗ ſchlagen. Reiſe morgen, ich würde ſagen, reiſe ſogleich, wenn dies möglich wäre. Dein Notar in Kemper ſagte mir, daß er 40,000 Fres. für Dich erſpart habe; das iſt zweimal ſoviel, als Du zu der Reiſe und dem Aufenthalte in Paris brauchſt. Das Geld wird nicht ſchlecht angelegt ſein, wenn Du durch Deinen Aufenthalt in Paris den Herrn Dunoyer nöthigen kannſt, Dir zu zahlen, was er Dir ſchuldig iſt. Trotz ſeinem Reichthum habe ich kein rechtes Vertrauen zu ihm. Das räthſel⸗ hafte Portrait da“, ſagte der Pfarrer, indem er nach dem Ge⸗ mälde griff, ſoll diesmal wirklich verbrannt werden; die ſchöne Glut da im Kamine ſoll uns ſogleich davon befreien.“

— „Nein, Freund“, fiel Ewen ein, „thun Sie es nicht; ich will dieſes Gemälde vielmehr aufbewahren. Später, wenn ich es betrachte, wird es mich an meine Schwäche er⸗ innern.“