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— „Ach, wie läſtig!“ rief Ewen verdrüßlich aus. „Das Leben in Paris wird mir gewiß unerträglich ſein. Ich kenne Niemanden dort.“
„Und Ihr Vetter, der Herr Graf Eduard von Montal, an den Sie mir einen Empfehlungsbrief mitgaben?“
— „Ich habe ihn vor drei Jahren kaum ein paar Mal in Kemper geſehen, wo er einen Monat bei dem alten Ritter von Lemolean verbrachte.“
„Er wird Sie gewiß eben ſo gut aufnehmen, als er mich aufgenommen hat. Er wird Sie einführen; er kennt die große Welt und ſcheint, wenn nicht reich, doch wohlhabend zu ſein.“
— „Ich glaubte, es ſei ihm von dem Vermögen ſeines Vaters nichts mehr übrig.“
„Das hatten Sie mir auch geſagt, Ewen; wenn dies der Fall wirklich iſt, ſo muß er den Stein der Weiſen gefunden ha⸗ ben, denn er wohnt wie ein Fürſt. Uebrigens ſtellte er ſich Ihnen herzlich ganz zur Verfügung für den Fall, daß Sie ein⸗ mal nach Paris kämen.“
— „Das iſt ſehr freundlich von ihm.“
„Allerdings, und doch würde ich, wenn ich Sie nicht kennte, wie ich Sie kenne, einen andern Mentor für Sie ge⸗ wünſcht haben, denn während meines Beſuchs erſchien ein ſchlechtes Subjekt von mittleren Jahren bei ihm, ein gewiſſer Marquis von Beauregard — richtig, Beauregard (merken Sie ſich dieſen Namen), der wie der ſchamloſeſte Taugenichts aus⸗ ſah. Ich muß indeß der Gerechtigkeit die Ehre widerfahren laſſen und geſtehen, daß der Marguis, nachdem ſeine erſte Ver⸗ wunderung vorüber war (Ihr Vetter mag nicht oft Männer meines Standes bei ſich ſehen), ſo artig als möglich gegen mich war, was beweiſet, daß er wenigſtens eine gute Erziehung ge⸗ noſſen hat. Lange habe ich mich, wie Sie ſich leicht denken kön⸗ nen, nicht aufgehalten, doch lange genug, um ein Mädchen, das Ihr Vetter Julie nannte, hereinhupfen zu ſehen.“
— „Wer war dieſes Mädchen?“
„Nach dem, was ich in den Zeitungen geleſen habe, iſt das Mädchen eine der berühmteſten Schauſpielerinnen unſerer Zeit. Sie können ſich denken, lieber Freund, daß der Abbé von Kerouellan bei dem Anblicke eines ſolchen Zugvogels nicht lange bei Ihrem Vetter geblieben iſt. Sie, mein lieber Ewen, werden
Thereſe Dunoher l. 4


