Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Geiſt ſ

— „Nein, ich werde niemals eine Andere lieben können, als die, welche mir vor meiner Seele ſteht. Wenn ſie lebt, ſo wehe mir! denn ſie muß dieſem Portrait gleichen.“

Nachdem Ewen dieſe Worte mit finſterer Miene geſprochen hatte, verſank er wieder in ſein träumeriſches Sinnen.

Der gute Rector konnte eine Bewegung der Ungeduld und des Unwillens nicht unterdrücken; er ſtieß zornig an den Stuhl, ſtürzte ihn ſo mit dem Bilde um und ſprach, indem er mit ſei⸗ nem ſchweren eiſenbeſchlagenen Stiefel auf das Gemälde trat:

„Daß Du in der Hölle brennteſt, verfluchtes Bild, wenn Du dieſen Narren noch närriſcher machen mußt! Was hat Dir dieſe Familie gethan? War es nicht genug, daß Du der böſe ſeines Großvaters wareſt?“

— „Abbé, beim Himmel! ſchonen Sie dieſes Bild Ewen. „Nehmen Sie Ihren Fuß da weg!“

„Verflucht! dreimal verflucht!“ wiederholte der Abbé, in⸗ dem er mit dem geſpornten Fuße in das Bild hieb, das zum Glück auf die linke Seite gefallen war.

— „Abbé!“ rief Ewen außer ſich. — „Abbé, hören Sie auf oder —“

Und er machte eine drohende Geberde.

„Oder?“ wiederholte der Greis, indem er ſich ſeiner gan⸗ zen Länge nach aufrichtete. Dann ſah er den jungen Mann mit einem zugleich ſtrengen und traurigen Blicke an, und ſagte: „Ach, Ewen, Ewen!“

— „Verzeihung, lieber Freund!“ ſprach Ewen, über ſei nen Zorn erröthend; vergeben Sie mir; ich verehrr Sie wie meinen Vater, aber aus Barmherzigkeit ſchonen Sie dieſes Bild.“

Der Rector trat einen Schritt zurück.

Cwen hob das Portrait auf und ſtellte es auf den Kamin; als er ſich wieder umkehrte, ſchritt der Abbé von Kerouellan eben aus dem Zimmer hinaus.

— „Mein alter Freund!“ rief er, indem er ihm nach⸗ eilte, „wohin gehen Sie?“

„Sie haben mir gedroht, Ewen!“ entgegnete der Alte mit bewegter Stimme, dann machte er ſich los und ſchritt weiter nach der Thüre zu.

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