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Der junge Mann ſchwieg einen Augenblick, während er die Hand des Abbe in der ſeinigen hielt; dann ſprach er in ſo ernſtem Tone, daß der Rector erbebte:
— „Sie läugnen gewiſſe Schickſalsfügungen und doch kommt Ihnen ſelbſt die Eriſtenz dieſes Portraits unerklärlich, faſt übernatürlich vor. Die Dame, welche es vorſtellt, iſt der böſe Geiſt meines Großvaters geweſen, und wegen dieſes ver⸗ derblichen Bildes drohte ich Ihnen — Ihnen, der Sie mich er— zogen haben, wie Ihr eigenes Kind, Ihnen, der Sie mein ein⸗ ziger Freund ſind, Ihnen, dem vortrefflichen frommen Manne, der Sie meinem Vater die Augen zudrückten! Sagen Sie, iſt dies nicht auch eine Fügung des Schickſals?“
Der Rector, auf den dieſe Worte unwillkührlich einen tiefen Eindruck machten, wußte nicht ſogleich, was er antworten ſollte.
Ewen aber fuhr fort:
— „Ich beſchwöre Sie, glauben Sie lieber an gewiſſe geheimnißvolle, unwiderſtehliche Einwirkungen, als an einen böſen Gedanken in mir. Vergeben Sie mir; ich ſchäme mich, ich bereue die Bewegung, zu welcher ich mich hinreißen ließ.“
„Ich entſchuldige Dich wahrhaftig auch ohne dieſe Er⸗ klärung, armer Sohn“, ſprach der Abbé, indem er Cwen in ſeine Arme ſchloß. „Gott ſei Dank, zur Erſchütterung meines Verſtandes gehört mehr, als das Auffinden eines alten Bretes, das ich für verbrannt hielt. Deine Hand, mein guter Cwen,
Deine Hand! Laß uns nicht mehr davon ſprechen. Aber Du
biſt aufgeregt, Du haſt das Fieber gehabt.“
— „Ja, ich habe eine peinliche Nacht gehabt.“
„Und geſtern? Dich bei ſolchem Wetter dem Meere anzu⸗ vertrauen mit einem Menſchen, wie Mor⸗Nader, der früher oder ſpäter, verlaß Dich darauf! merken ſoll, daß ich als Hirte meiner Heerde meinen Hirtenſtab, auch Knotenſtock genannt, mit kräfti⸗ ger Hand zu führen weiß! Der liebe Gott wird mir dieſe etwas weltliche Erecution verzeihen, aber ich will dem alten Spitz⸗ buben die tüchtigſte Tracht Prügel geben, die je ein Taugenichts empfangen hat. Dann werde ich zu ihm ſagen: „So würde ich Dich behandelt haben, als ich Soldat war.“ Dieſe Züchti⸗ gung wird eine milde Gabe ſein, denn hoffentlich erſpart ſie dem Burſchen das Gefängniß oder die Galeere.“


