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„Da alſo iſt das Portrait, das ich nach dem Tode meines Vaters ſo ſehr geſucht habe, um die verhaßte Geſtalt zu vernich⸗ ten, welche ſo traurige Erinnerungen in mir weckt! Sehen Sie hin, Abbé, ſagte Ihr Vater zu mir, es muß ein Datum, ein verderbliches Datum, das unſter Familie immer verderblich war, an irgend einer Ecke ſtehen. Wir ſuchten und fanden wirklich die Worte: November 17. — das Uebrige war verſchwun⸗ den.“
— „Das Wort November iſt noch lesbar“, ſprach Ewen, indem er das Portrait aufmekkſam betrachtete; „die Zahlen hat die Feuchtigkeit zerſtört. Und wer iſt die Frau, die dieſes Bild darſtellt?“
„Das weiß iſt nicht; Ihr Vater ſagte blos, indem er dem Portrait die Fauſt wies: „Du biſt leider! nur zu lange der böſe Geiſt meiner Familie geweſen. Von der Erde biſt Du, Gott ſei Dank! verſchwunden, und es ſoll von Deinem hölliſchen Bilde auch keine Spur übrig bleiben.“ Mit dieſen Worten riß Ihr Vater die Leinwand von dem Holze ab, auf dem ſie ſich be⸗ fand, und da in dem Zimmer des Thurmes, in welchem wir waren, Feuer brannte, ſo warf er vor meinen Augen das Bild in die Flammen hinein. Das betheuere ich auf mein Wort und meinen Prieſterglauben.“
— „Nun, Abbé“, entgegnete Ewen mit düſterer Stimme, „Sie beſchuldigten mich eben, ich glaube zu bereitwillig an über⸗ natürliche Dinge.“
Der gute Rector bemerkte zu ſpät den Fehler, den er ge⸗ macht, indem er den gewöhnlichen Gedanken ſeines ehemaligen Schülers dieſe neue und gefährliche Nahrung gegeben hatte.
„Hol' Sie der Teufel“, rief er außer ſich, gleich aber ſetzte er ſeine gewöhliche Verbeſſerung hinzu: „würde ich geſagt ha⸗ ben, als ich Soldat war. — „Iſt das die Lehre, die Sie aus dem ziehen, was ich Ihnen erzählt habe? Es iſt eine ſchöne Beſchäftigung, im Hinterhalte auf Worte zu lauern, die zu Ihren Träumereien paſſen können!“
— „Aber, Abbé, wie geht es zu, daß Sie einen Gegen⸗ ſtand, den ſie vor Ihren Augen haben verbrennen ſehen, wieder ſehen und fühlen?“
„Was beweiſt das?“
— „Was das beweiſt?“


