Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Familie und gut erzogen waren, ſo entſprachen ſie den Wün⸗ ſchen Ewen's doch ſo wenig, daß er es ablehnte, eine Wahl zu treffen und, wie immer, ſeine Abneigung gegen die Ehe vor⸗ ſchützte.

Lange beſchäftigte ſich Ker⸗Ellio im Stillen damit, ſich ein

Bild von dem Mädchen zu entwerfen, wie er es ſich wünſchte;

jeden Tag ſchmückte er es mit einem Reize, mit einer Tugend

mehr; zu einer ſeltenen Schönheit fügte er mannigfaltige Talente

und weſentlich nothwendige Tugenden; ihr Charakter ſollte ſanft

und feſt zu gleicher Zeit, ihr Gemüth weich und poetiſch ſein,

namentlich mit ihm in den Reizen der Natur zu ſchwelgen ver⸗

mögen und endlich die Einſamkeit unter zweien eben ſo ſehr

lieben, wie er ſelbſt. Mit einem Worte, dieſe Schöpfung war

das poetiſche Werk Ewen's und als keidenſchaftlicher Künſtler

begabte er ſie mit allen Schätzen ſeines Herzens und ſeiner Phantaſie.

So lange dieſe ſeltſame Einbildung nur ein Spiel des Geiſtes Ewen's war, beſchäftigte ſie angenehm ſeine Einſamkeit; allmälig aber wurden dieſe anfangs ſo lieblichen Gedanken bitter für ihn. Nachdem er ſtolz darauf geweſen war, ſoviel Inſtinct des Schönen zu beſitzen, um ſich ein ſolches Ideal ſchaffen zu können, nachdem er ſich begnügt hatte, mit rührender Melan⸗ cholie zu ſagen: „wenn es doch ein ſolches Weib gäbe!“ wurde er endlich ſehr traurig und ſprach bei ſich: „warum giebt es keines?“

Dieſe Gedanken betrübten ihn noch mehr, als er ſich über⸗ redete, ein ſolches Weib, wenn es auch zu finden ſei, würde ihm nicht zu Theil werden.

„Wehe mir!“ ſagte er; „meine Wünſche verlangen ſoviel, daß ſie unmöglich erfüllt werden können; ſie haben meine Forde⸗ rungen ſo hoch geſpannt, daß ich mich in Zukunft mit dem ge⸗ wöhnlichen Glücke, auf das ich Anſpruch machen kann, nicht werde begnügen können. Was ich wünſche, liegt viel zu hoch über mir; was ich erreichen kann, ſteht zu tief unter mir.“

Von dieſem Augenblicke an erlitten die Gedanken Ewen's

verderbliche Reaction, von welcher wir bereits geſprochen haben.

Die lachenden ruhigen Bilder, die ihn anfangs entzückt hatten, ſagten ihm nicht mehr zu; er ſuchte und erſehnte ſtür⸗