Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Hier am Heerde gab Ewen, wie ſein Vater, der verſtorbene Tremadeur von Escvet, Baron von Ker⸗Ellio, ſeinen Pächtern Audienz. Niemals wieß er eine Reclamation zurück, niemals verweigerte er einen Dienſt oder eine verſtändige, begründete Forderung. Um dieſe Zeit brachten auch die Fiſcher nach ihrer Rückkehr von der See ihre ſchönſten Fiſche, die Ewen immer über den Werth bezahlte, trotz den ökonomiſchen Bemerkungen der Ann⸗Jann. Nach dem Abendeſſen endlich pflegte ſich der junge Edelmann auf ſeinem großen Lehnſtuhle auszuſtrecken, während ſeine alte Amme und deren Mann ihrer Seits ihr Mahl an dem großen Eichentiſche verzehrten. Er zündete da ſeine Pfeife an und verſank, während er in die Flammen des Heerdes blickte, in dreierlei Träumereien, denn ſein Charakter war ſeltſam, wie wir ſpäter berichten werden. Gegen neun Uhr endlich begab er ſich in ſein Zimmer, legte ſich in das Bett, in welchem ſein Vater, ſein Großvater und ſein Urgroßvater ge⸗ ſtorben waren, und verſank in friedlichen Schlummer.

Mit Ausnahme der fünfzehn Monate, in denen er an der Spitz einer Schaar von vierzig Bauern von ſeinen Gütern (bei der Schilderhebung der Herzogin von Berry) Krieg in der Ven⸗ dee geführt hatte, war dies ſtets die friedliche Lebensweiſe des Herrn von Treff⸗Hartlog geweſen. *

Es ſchlug acht Uhr; die Wuth des Orkans nahm noch immer zu; Ewen erſchien nicht.

Hatte Mor⸗Nader recht? ſprach Les⸗en⸗Goch vor ſich hin.Sollte er ein Diougan ſein?

Der liebe Gott macht Niemanden zum Diougan, ſprach Ann⸗Jann.

Das weiß man nicht, das weiß man nicht, Frau. Mag er aber ſeine Wiſſenſchaft n Gott oder von dem böſen Geiſte verflucht ſei ſeine Prophezeihung, wenn ſie in Erfüllung geht.

Welche Prophezeihung?

Ich begegnete letzthin dem Mor⸗Nader am Strande. Er ſaß auf einer Klippe; die Sonne ging feuerroth unter, es drohte ein Unwetter und der Lvotſe ſang:

1) Ein mit dem zweiten Geſicht begabter, ein Wahrſager. 2*