Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Faſt beruhigt ſtand er ſodann auf, denn er hoffte auf die Kraft ſeines Gebetes. Er ging wieder auf und ab und blieb nur von Zeit zu Zeit ſtehen, um auf den Sturm zu hören, deſſen Wuth noch immer zunahm.

Bisweilen hörte man ein donnerndes, langtönendes Ge⸗

krach, als würden mehrere Geſchütze gelöſet. Es waren Waſſer⸗

maſſen, die auf die Felſen der Todtenbucht ſtürzten. Der Regen fiel in Strömen nieder und die großen Tropfen

gelangten durch den Schoinſtein bis auf den Heerd herab; die

Nacht war ſtockfinſter; der Wind trug den Klang der Glocke von St. Michel herbei; es ſchlug ſieben Uhr.

Die beiden Eheleute liebten Ewen, wie ihr theuerſtes Kind; ihre Angſt war deshalb grenzenlos, aber ſie äußerte ſich nicht in lärmender, unfruchtbarer Demonſtration; ſie war ſtill und ſtumm ergeben, denn ſie hatten ja gebetet.

Um ihre Unruhe zu betäuben, wo möglich zu vergeſſen, begann Ann⸗Jann die gewöhnlichen Vorbereitungen zu dem Abendeſſen ihres lieben Mab⸗met⸗brin. Sie rückte an das Feuer einen wohlgebohnten Tiſch von Nußbaumholz und breitete dar⸗ auf ein Tuch, das in den langen Winterabenden in Treff⸗Hartlog gewebt und im Thau der Mainächte gebleicht worden war. Auf dieſes Tiſchtuch ſtellte ſie ſymmetriſch, aber faſt maſchinenmäßig, zwei uralte Salzgefäße von maſſivem Silber mit reichen Ver⸗ zierungen, ſowie das Uebrige, das zu dem Couvert ihres jungen Herrn gehörte.

Vielleicht hält man die Gewohnheit des jungen Barons von Ker⸗Ellio, ſeine Mahlzeiten in der Küche einzunehmen, für noch mehr als patriarchaliſch; da er ſich aber um die Etikette nicht ſehr kümmerte, ſo war es ihm angenehmer, an jenem großen Heerde zu eſſen, an welchem er in iner Kindheit begierig auf die Wunderlegenden ſeiner Amme Ann⸗Jann oder auf die Er⸗ zählung der Heldenthaten der Vendeer gegen die Blauen gehört hatte, die ihm der Vater Les⸗en-Goch, ein alter unbezwing⸗ barer Chouan mit dem Beinamen Bral⸗Kueffle (der Dachs) berichtete.

Während dieſer beſcheidenen Mahlzeiten plauderte Cwen mit Ann⸗Jann, ſeiner Haushälterin, und mit Les⸗en Goch, der zu gleicher Zeit das Amt eines Stallmeiſters, eines Gärtners und Kammerdieners bekleidete.