Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

6

9

Und Mor⸗Nader ſang weiter ſein Lied noch lauter als zuvor.

wel as mor vareh énep tont,

Ken a gren ann aot gant ar spont,

Hen ken gwenn ewid and erc'h gann.

Enn henn kerno a argant.

Ich ſeh' das Meerroß mir entgegenkommen, Und es zittert entſetzt vor ihm die Küſte; Es iſt ſo weiß, wie der glänzende Schnee, Und trägt an der Stirn ſilberne Hörner.

Mor⸗Nader hatte das Steuer faſt aus der Hand gelaſſen.

Eine noch gewaltigere Woge ſtürzte das Fahrzeug bei⸗ nahe um.

Ewen, den der Schlag halb niedergeworfen hatte, richtete ſich wieder auf und ſprach mit drohender Geberde:

Willſt Du mich hier umkommen laſſen, Elender? Ach, wehe! wehe! Warum begleitete ich dieſen Wahnſinnigen?

Nein, nein, entgegnete der Lootſe in höhnendem Tone,ich bin ein Betrüger. Nein, ich höre nicht in den Lüften das Grabgeläute derer, welche ſterben müſſen. Ich ſehe nicht die Hand des Todes ſich ausſtrecken nach ihnen. Ewen von Ker⸗Ellio, wirſt Du mich einen Lügner nennen, wenn Du in der Tiefe des Meeres verſinkeſt und die Wogen ſich donnernd über Dir ſchließen? Ewen von Ker-Ellio, ſiehſt Du da unten im letzten Schimmer des Zwielichtes, da unten weit jene unge⸗ heure ſchwarze Woge, die brüllend herankommt und ihre ſchäu⸗ mende Mähne ſchüttelt? Sie kommt, ſie naht, ſie brüllt, ſie droht, ſie ſagt: nein, Mor⸗Nader lügt nicht, er hat mich ge⸗ rufen, damit ich auf meinem eiskalten Rücken einen Leichnam hinwegtrage. Wo iſt dieſer Leichnam? Hier bin ich, hier bin ich.

Der Wahnſinn des Lootſen erreichte den äußerſten Gipfel; eraltirt durch das majeſtätiſche und ſchreckliche Schauſpiel des Sturmes, verblendet durch einen dummen und wilden Stolz, bereit und fähig, ſein Leben zu opfern, um ſich an der Ungläu⸗ bigkeit Ewen's zu rächen und ſeine grauenvolle Prophezeiung zu rechtfertigen, verließ er das Steuer und ſtellte ſich aufrecht hin

am Hintertheile des Fahrzeugs.

So, die Arme über einandergeſchlagen über der nackten