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änner in dem Boote ſitzen, das zwanzigmal verſchlungen den zu müſſen ſcheint, bevor es den Hafen erreichen kann.
Der Eine hält mit feſter Hand das Steuer; er heißt Mor⸗ ader und iſt ein Lootſe von der Inſel Sein.
Mor⸗Nader ſoll die Gabe des zweiten Geſichtes beſitzen; man fürchtet ihn. Er ſagt die Zukunft vorher; ſeine Prophe⸗ zeihungen ſind ſchrecklich und faſt immer gehen ſie in Erfüllung. Seine Sprache iſt oft bildereich, poetiſch, wie die der Barden Armorica's, die ſich bis auf unſere Tage erhalten haben.
Mor⸗Nader iſt alt; ſein langes weißes Haar, das der Sturm zauſet, ſcheint ſtarr auf ſeinem Kopfe zu ſtehen; der Abend iſt kalt, Mor⸗Nader aber ſitzt da mit entblößter Bruſt und mit nackten Armen; in ſeinem Geſichte ſpricht ſich Rohheit aus; ſeine grauen runden Augen funkeln von wildem Wahn⸗ ſinne. Seine hohle, aber ſtarke Stimme übertönt das Brauſen des Windes und das Toben der Wogen. Seine Begeiſterung wächſt mit der Gefahr; er ſingt in rauhen Kehltönen folgende
Worte von ſeltſamer ſchauerlicher Bedeutung:
Fvid aoun me nam euz ket,
Meuz ket aoun da vout lazet;
Fvid aoun me nam euz ket,
Amzer awaleh ez- onn-me bet. „Ich fürchte mich nicht, ich fürchte mich nicht zu ſterben; „Ich fürchte mich nicht, denn lang genug habe ich gelebt.“
Der andere Mann, der am Vordertheile ſitzt, iſt jung; er heißt Ewen von Ker⸗Ellio.
Ewen von Ker⸗Ellio iſt der Beſitzer des alten Schloſſes Treff⸗Hartlog, das mit ſeinen ſpitzen Dächern und ſeinen Gra⸗ nitmauern da unten, zwei Stunden weit im Nebel, auf dem einſamen Gipfel der ſchwarzen Felſen ſteht.
Dieſes Gut ſchaut über die „Bucht der Todten“ und den „Felſen der Sterbenden“ hin. ¹)
Ewen iſt jung; ſein braunes Haar flattert im Winde; ſeine Züge ſind hart und männlich, aber ſein Blick kann ſich nicht losreißen von dem des Alten.
Ewen lauſcht dem ſeltſamen Geſange Mor⸗Naders mit
¹) Gefährliche Felſenriffe an der Südſpitze der Bucht von Douarnenes.


