Teil eines Werkes 
1. Band, Therese Dunoyer : 1. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

I. Divugan Gwene' Hlan. ¹)

Der Winterſturm brauſt ungeſtüm von Weſten her; am Horizonte thürmen ſich große ſchwarze Wolken auf; die Sonne geht in rother Flammenglut unter und wirft auf die Granit⸗ felſen der Küſte der Bretagne einen letzten bleichen Schein, gleich einem traurigen Abſchiedsblicke.

Das Meer rauſcht grollend; die Nacht bricht ein; die hohen grünlichen Wogen verlieren ihre Durchſichtigkeit und wer⸗ den ſchwärzlich; ſie ſtoßen an einander, ſie erdrücken einander und ihr Schaum erſcheint um ſo weißer, je dunkler die Finſterniß der Nacht ſich herabſenkt.

Fern, fern von der Küſte ſieht man eine gebrechliche Scha⸗ luppe allein auf dieſem unermeßlichen, ungeſtümen Meere, um⸗ hergeſchleudert von den ungeheuren Wogen, die ſie jeden Augen⸗ blick mit einem bittern Schnee bedecken.

Bisweilen neigen ſich in der Gewalt des Orkanes ihre Segel und berühren die Gipfel dieſer flüſſigen Berge; bald taucht ſie hinab in die Tiefe eines Abgrundes, bald wird ſie hinaufgeſchnellt auf den Rücken einer ungeheuren Woge, um in einen neüei Abgrund geſtürzt zu werden.

Das Dunkel nimmt zu, die Wuth des Sturmes ſteigt und das Mee

en Scheine des Zwielichtes ſicht man zwei

1) Diougah

ſen Beſ k(die Prophezeihung Gwenc' Hlans), einer der verbreitet⸗ en Geſänge