Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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15⁰ Ewen, was bedeuten dieſe Worte? Dieſe Worte? Sie ſind noch immer ſchauerlich, Thereſe. Höre ſie an: Ein weißes Tuch und fünf Bretter, Ein Strohſack unterm Kopf Fünf Fuß hohe Erde drüber Iſt alles Gut der Welt. Die Stimme ſang immer weiter. Ewen, was bedeuten dieſe Worte? Ach, arme Frau! die Worte zerreißen ein Mutter⸗ herz. Jungfrau Marie, auf Deinem Thron Haſt Du den Sohn im Arme, Biſt glücklich und erfreut. Ich habe mein Kind verloren, Vergehe in bitterm Schmerz. Das bedeuten dieſe Worte. Ach, mein Kind, mein Kind! rief Thereſe mit einem tiefen Seufzer. Die Stimme ſang immer weiter. Was ſagt er? Was ſagt er? fragte Thereſe, deren Mutterſchmerz durch die letzten Worte geweckt worden war.

Ach, arme Mutter, die Worte ſind noch immer

ſchrecklich. Du haſt behalten Dein heiliges Kind, Ich habe das meine verloren, So ſende nun mir auch den Tod, den Tod, Du heilige Mutter der Liebe.

Ja, ja, den Tod, den Tod! Dieſe Worte ſind prophe⸗ tiſch! ſprach Thereſe, indem ſie zu einem der Fenſter trat, die das bleiche Licht des Morgens erhellte.

Ewen folgte ſeiner Frau, um Mor⸗Nader zu erblicken.

Die Wolken jagten ſchnell am Himmel hin und die Ränder färbten ſich im Morgenlichte allmälig blutroth.

Am Horizonte ging die Sonne hinter einem gewaltigen

bleigrauen Wolkendamm auf, der hier und da von dunkelrothen

Streifen durchzogen war.

In der Ferne wälzte das vom Sturme gepeitſchte Meer ſeine langgeſtreckten grünen Wogen mit dem Schaumkamme da⸗ her, die toſend an den ſchwarzen Felſen der Küſte zerſchellten.