Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Legende machen, ein ſchreckliches Lied, wenn man ſich der Pro⸗ phezeihung erinnert, die meine Familie bedrohte und des düſtern Geheimniſſes des Portraits. 8 .

Möge dieſe Legende ſo ſüße Thränen hervorlocken wie die, welche ich eben geweint habe! 3

Nach einer neuen Pauſe ſagte Ewen zu ſeiner Frau:

Thereſe, in dieſem feierlichen Augenblicke bleibt uns kein Gedanke des Haſſes gegen den Mann, der uns ſo ſchwere Leiden bereitet hat.

Keiner, mein letzter Wunſch gilt ſeinem Glücke. Ja, und wenn, wie manche Dichter ſagen, der göttliche Lohn eine ewige Erinnerung an die ſüßeſten Eindrücke von unſerm Erdenleben iſt, ſo werde ich meiner Liebe zu Eduard jene himm⸗ liſchen Freuden verdanken, wenn Gott mich in ſein Paradies aufnimmt.

Thereſe ſprach dieſe Worte mit ſolcher Begeiſterung, daß Cwen ſchmerzlich das Haupt ſenkte.

Verzeihung, Vetzeihung, mein Bruder, ich thue Dir weh, ſetzte Thereſe hinzu; aber was ſoll ich thun?

Wir fahren mit Mor⸗Nader auf das Meer hinaus, ſprach Cwen verzweifelt.

Der erſte Schein der Morgenröthe warf ſein Licht in den Sagl.

In den ſeltenen Pauſen des Sturmes hörte man einen ſelt⸗ ſamen Geſang.

Die Stimme ſchien vom Himmel zu kommen.

Horch, Ewen, horch! ſprach Thereſe erbebend.

lind man hörte die Stimme in drohendem Tone bretag⸗ niſche Worte ſingen.

Es iſt die Stimme Mor⸗Naders, entgegnete Ewen.

Was bedeuten dieſe Worte?, fragte die junge Frau.

Die Worte ſind ſchauerlich.

Er überſetzte die düſtere Improviſation Mor⸗Naders alſo:

Der Tod klopft an die Thüre,

Alle Herzen zittern entſetzt.

Der Tod kommt an die Thüre, Wen will er von dannen holen?

42 Das ſingt er, Thereſe.

Die Stimme fuhr fort. 5