Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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145⁵ Vater und ſeiner Mutter ehrwürdigeres als ſeine Amme und den alten Diener, der an ſeiner Seite gekämpft hat? Sie werden ſehr unglücklich ſein, wenn ſie uns nicht mehr ſehen; ich fühle es; aber ich kann mich ihnen nicht aufopfern. Und ſie lieben mich ſo! Arme Ann⸗Jann! Wie hat ſie mich gepflegt, wie für mich geſorgt! Du ſprachſt von ſeltſamen Launen der Phantaſie; ſag', warum gedenke ich in dieſet Stunde, die ſo traurig von den lachenden Erinnerungen meiner erſten Jugend abſticht, an ein melancholiſches Lied, mit dem Ann⸗Jann mich ſonſt einwiegte? Du dachteſt eben an Deine Abende als junges Mädchen, ich glaube noch jenes Lied und jene rührenden Worte zu hören. Thereſe, verzeihe mir meine Schwäche, meine Thränen fließen bei dieſer Erinnerung an meine ſchönen längſt verſchwundenen Jahre.

Ewen fuhr mit der Hand über ſeine feuchten Augen.

Nenne mir dieſe Worte, Cwen, an die Du ſo gern zu⸗ rückdenkſt. Du weißt, wie ſehr ich die Legenden Deiner wilden Bretagne liebe.

Wie, Thereſe, Du wilſſt

Ich bitte Dich darum; es zerſtreut mich.

Wer ſollte es glauben, Thereſe, wenn er Dich ſo von Legenden ſprechen hört, daß morgen Du haſt Recht, in dem Augenblicke, da wir aus dem Leben ſcheiden wollen, wird jenes Lied ein letzter Abſchied von meinen glücklichen Tagen ſein. Und dann erſcheint die Morgenröthe noch nicht, Thereſe, auch fühle ich ein Bedürfniß zu weinen und dieſe Thränen werden nicht bitter ſein. Höre die Legende wohlwollend an, Thereſe; ſie wird viel von ihrem Reiße verlieren, da ſie weder geſungen, noch in unſerer alten ſo ernſten und ausdrucksvollen bretagni⸗ ſchen Sprache geſprochen wird, aber Du wirſt doch die ſanfte Melaͤncholie erkennen, die in ihr liegt.

Ewen ſprach mit bewegter Stimme die folgenden Worte: (Ein junges Mädchen ſpricht.)

Als ich am Fluſſe wuſch, hörte ich den Todesvogel ſeufßzen.

Kleine Tina, ſagte er zu mir, Du weißt es nicht, Du biſt verkauft an den Baron von Janioz.

Mutter, iſt es wahr, was ich erfahren habe? Iſt es wahr, daß ich an den alten Janioz verkauft bin?

Ich weiß nichts davon, mein armes Kind; frage Deinen Vater.

Vater, iſt es wahr, daß ich an Loiz von Janioz verkauft bin?

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