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Herzen wie die unfrigen einander nicht völlig an? Es iſt uner⸗ Härlich — vielleicht giebt es nie Liebe zwiſchen zwei gleichen Herzen, Ewen; vielleicht muß auf einer Seite Selbſtſucht und Härte ſein, um der Hingebung und Sanftmuth Werth zu ge⸗ ben; ja, vielleicht täuſchen wir uns, Ewen; vielleicht dürfen wir keine Liebe für einander fühlen. — Was hätten wir mit unſerem Edelmuthe begonnen? Welche Opfer würde ich Dir auferlegt haben? Was würdeſt Du mir haben verzeihen müſſen? Und dann — wehe über unſere verderbte Natur! — ich will Dir etwas gräßliches ſagen, — ein immer milder, immer zärt⸗ licher Ton wird uns faſt gleichgiltig; dagegen fühlen wir uns erhoben durch Glück und Stolz, wenn eine gewöhnlich gebieteriſche und rauhe Stimme bewegt und liebkoſend zu uns ſpricht. Und dann iſt es ſo ſüß zu verzeihen! ſo herrlich zu lieben trotz den Leiden, die man uns bereitet hat! — Zu lieben, wer uns liebt, iſt leicht. Wo iſt da der Muth? wo iſt der Schmerz?“
— „Du haſt Recht, Thereſe; auch zur Liebe gehört die Wolluſt des Schmerzes. — Wenn morgen jener Mann zu Dir ſagte: komm —“
Thereſe anwortete einige Augenblicke nicht, dann ſagte ſie ſeufzend, um der Frage Ewen's auszuweichen:
„Der Tod meines Kindes hat mein Leben beſchloſſen.“
„Dieſer Tod hat in mir die letzte Hoffnung vernichtet, die eweckt hatte.“
„Was meinſt Du damit, Ewen?“
— „Ich finde in dieſek Stunde eine bittere Freude darin, Dir keine Wunde meines Herzens zu verbergen. Als Dein Kind ſtarb —“
„Sprich, Ewen; — als mein Kind ſtarb —?“
— „Du haſt geſehen, wie ſorgſam ich das arme kleine Weſen pflegte bis zu ſeinem letzten Hauche —“
„Ich habe es geſehen.“
— „Nein, nein, — es iſt zu ſchrecklich.“
„Nun?“
— „Sein Tod —“
„Sein Tod?“
Ewen ſchwieg einige Augenblicke, dann ſprach er zögernd,
ls ſchaudere er, ſeine Gedanken auszuſprechen:


