Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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Nach einem ziemlich langen Schweigen ſagte die junge Frau, aber ohne von dem Feuer aufzublicken, in das ſie ſtierte:

„Wird Mor-Nader morgen wiederkommen — trotz den Drohungen des Abbé?“ .

Cwen richtete den Kopf empor, lächelte bitter und ant⸗ wortete:

— „Mor⸗Nader wird wiederkommen; — wir haben den ſchwarzen Monat.“

„Er hatte dieſen Sturm vorhergeſagt. — Wird er bis morgen dauern?“ fuhr die junge Frau fort, ohne ihre Stellung zu ändern.

— „Es iſt daran nicht zu zweifeln, Thereſe.“

Dann ſtand Cwen auf, ging eine Zeit lang in dem Saale auf und ab, trat darauf zu ſeiner Frau und ſagte ſanft:

— „Wenn Du — an Jemanden ſchreiben willſt, — es iſt Zeit.“

„Das Schweigen wird würdevoller ſein.“

— „Allerdings. — Ich habe dem Abbé von Kerouellan die Hand gedrückt und ihm damit herzlich Lebewohl geſagt.“

„Wie weit iſt es von hier bis zur Spitze Kergal zur See?“

— „Zwei Stunden.“

„Und der Wind iſt gegen die Fahrt dahin?“

Bei einem ſolchen Winde würde kein Lotſe dieſe Fahrt wagen. — Man kann ſicher ſein dabei unterzugehen.“

Nach einiger Zeit ſetzte Ker⸗Ellio in ernſtem Tone hinzu:

— „Du haſt es reiflich erwogen, Thereſe 2.

„Ich habe es erwogen.“

—Bu willſt es?“

ch will es. Ich begehe ein Verbrechen, indem ich einwillige.“

„Der Entſchluß iſt uns gemeinſam. Wer hat ihn zuerſt ausgeſprochen, Du oder ich? Es würde ſich ſchwer ſagen laſſen — Du hatteſt nur die Idee, den Jahrestag unſerer Verhei⸗ rathung zu wählen, zu —“

— „Zu unſerer Erlöſung, Thereſe. Habe ich unrecht gethan?“

„Nein. — Aber haſt auch Du den Schritt erwogen? Biſt Du entſchloſſen?“