Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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133 großer Arzt,“ entgegnete Cwen lächelnd; ſie wird auch mich heilen.“

— „Möglich, aber vielleicht weicht der Gram, der an Ihnen zehrt, der Gram, deſſen Wirkungen ich ſehe, deſſen Ur⸗ ſache ich nicht kenne, einer Reiſe, Zerſtreuungen — Glauben Sie mir und reiſen Sie ſobald als möglich mit Ihrer Gattin ab; — die Ortsveränderung wird Ihnen beiden wohlthun; bleiben Sie den Winter über im Süden —“

„Warum, lieber Freund? Würde mir der Gram, wenn einer an mir zehrt, wie Sie meinen, nicht auch dahin folgen?“ — „Sie geſtehen den Gram alſo zu, armer Sohn?“

„Ich geſtehe, daß meine Traurigkeit ganz ſo ausſieht, wie Gram —“

„Aber warum dieſe Traurigkeit? Fräulein Dunoyer iſt Ihre Gattin geworden, ſie hat alſo Ihren niederträchtigen Vetter vergeſſen — anders kann es nicht ſein. Warum ſcheint ſie aber gleich Ihnen von derſelben düſtern Verzweiflung nieder⸗ gedrückt zu werden, da ſie doch ſo edle Eigenſchaften beſitzt, erkenntlich iſt für Ihre Zuvorkommenheit, von Allen geliebt und jetzt vielleicht eben ſo wie Sie ſelbſt geſegnet und verehrt wird?“

„Der Tod ihres Kindes iſt für Thereſen ein ſchwerer Schlag geweſen — Der Kummer einer Mutter iſt oft ewig; ich — ich leide, weil ich ſie ſo leiden ſehe — Weiter nichts — Ich verſichere Sie, Ihre Freundſchaft ängſtigt ſich mit Unrecht; ſeit einigen Tagen fühle ich mich ſogar ruhiger — Auch Thereſe iſt minder niedergeſchlagen; ſahen Sie uns nicht geſtern faſt heiter an der Küſte?“

— „Dieſe Heiterkeit erſchreckte mich, Cwen; ja, gerade dieſe Heiterkeit veranlaßte mich, mit Ihnen zu ſprechen, wie ich heute mit Ihnen ſpreche.“

„Ich verſichere —“

— „Ich ſage Ihnen, daß dieſe Heiterkeit etwas Schauer⸗ liches hatte.“

ch ſage Ihnen, daß ich über den Ausdruck Ihres Geſichtes und jenes Ihrer Gattin in jenem Augenblicke erſchro⸗ cken bin.“

„Noch einmal, Abbé, Sie ſind im Irrthume; niemals waren wir, Thereſe und ich, vertrauter mit einander; wir hatten