ſchen erſcheinen im ſchwarzen Monate. ſagt und er hat Recht.“
„Les⸗en⸗Goch, wie kannſt Du nur immer das Zeugniß dieſes Mannes anrufen? Hat ihn der Herr Abbé von Kerouel⸗ lan nicht bereits von der Kanzel herab verdammt, ſowie die, welche ſeine Prophezeihungen anhören?“
— „Der Herr hat den Satan verdammt und Satan iſt noch immer Satan.“
„Warum aber willſt Du die ſo unglückliche Frau an⸗ klagen? Iſt nicht der Herr Rector ſo gütig gegen ſie? Iſt er nicht ganze Tage hier geblieben, um ſie über den Verluſt ihres Kindes zu tröſten? Ach, man ſieht es wohl, der Gram bringt ſie um. Nein, die Frau iſt nicht bös; ſie nimmt die unglück⸗ lichen Mütter immer wohl auf, ſie ſchlägt nie eine Bitte ab, die man ihr durch Kinder vorlegen läßt, wenn ſie auch bei dem An⸗ blicke derſelben weint, da ſie an ihr armes kleines Töchterchen erinnert wird. — Die Unglücklichen finden noch immer wie ſonſt in dem Schloſſe Brod, ein Obdach, Almoſen; die bleiche Frau hilft Allen.“
Les⸗en⸗Goch ſchüttelte den Kopf und antwortete:
— „Der Teufel nimmt alle Geſtalten an.“
„Er erſcheint aber nie in der Geſtalt einer traurigen Mut⸗ ter, die ihr Kind beweint, Les⸗en⸗Goch.“
— „Er nimmt alle Geſtalten an; ich ſchließe aus dem Kummer des Pen⸗kan⸗guer auf die Bosheit der blaſſen Frau.“
„Sie ſcheint ihn aber doch zu lieben.“
— „Das Grab liebt die Lebendigen.“
„Die blaſſe Frau verläßt ihn niemals —
— „Wie das Fieber den Sterbenden nicht verläßt.“
„Les⸗en⸗Goch, Du biſt ungerecht.“
— „Ungerecht! Iſt Dir der Pen⸗kan⸗guer in der ſchlimmſten Zeit ſeiner Schwermuth trauriger erſchienen, Ann⸗ Jann?“
„Leider nein.“
— „Ich ſage Dir, dieſe Frau iſt ſein böſer Geiſt. Vorigen
Abend, im Dunkel, zur Zeit des Abendeſſens, habe ich den
Pen⸗kan⸗guer und die blaſſe Frau überall geſucht, und wo fand
ich ſie, Ann⸗Jann? Ich zittere noch; ſie ſtanden oben auf der
Platte des Thurmes, an den unten das Meer ſchlägt. Es „
Mor⸗Nader hat es ge⸗


