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Theil meiner Zeit in Anſpruch; ich verdiente kaum ſo viel als ich zur Erhaltung des Lebens brauchte. Ich hatte kein Holz. Die Kälte wurde ſo ſtreng, daß ich aus Beſorgniß für die Ge⸗ ſundheit und das Leben meines Kindes mich zum erſten Male zu einem Schritte entſchloß, den ich um meinetwillen nie gethan haben würde; — ich ſchrieb an meine Mutter. — Die Ant⸗ wort kennen Sie. — Als die vortreffliche Frau, meine Nach⸗ barin, zu mir kam, fand ſie mich in Folge der Kälte und des Hungers dem Tode nahe.
Sie wiſſen nun Alles bis auf den heutigen Tag. Faſt gegen meinen Willen hoffte ich unklar auf die Rückkehr Montals, und ſo unſicher auch dieſe Hoffnung war, ſo hat ſie mich doch immer aufrecht erhalten.
Brauche ich Ihnen nun zu ſagen, daß mein Herz ge⸗ brochen und todt iſt für jedes andere Gefühl als die Mutter⸗ liebe! Nachdem ich durch die Liebe ſo viel gelitten, iſt mir das Wort ſchon verhaßt.
Soll ich Ihnen ſagen, daß ich trotz der entſetzlichen Un⸗
dankbarkeit Montals, trotz ſeiner Niederträchtigkeit, trotz ſeinem Meineide und Verrathe die Zeit, in welcher ich ihn bei meiner Mutter ſah, und die meinem Herzen noch theurere Zeit, als ich in meiner Wohnung in der Rue d'Oueſt die Hälfte meiner Tage arbeitend ihn erwartete und die andere Hälfte mit Freuden an ſeine Anweſenheit zurückdachte, für die ſchönſte, für die glück⸗ lichſte Zeit meines Lebens halten werde! Es iſt dies ſchmachvoll und unrecht, ich weiß es; ſein ab⸗ ſcheuliches Verhalten ſollte ſelbſt dieſe theuern Erinnerungen ver⸗ wiſchen, aber es iſt nicht ſo, nein, es iſt nicht ſo. Keine Er⸗ innerung hält länger aus und iſt mächtiger als die an glückliche Liebe bei Armuth und Arbeit; kein prächtiges Vergnügen, keine weltliche Verpflichtung vermag ſie zu verdrängen. Von ihr, von ihr allein erwartet man ſeine Freuden und ſein Glück.
Ich wiederhole es Ihnen, mein Herz iſt durch das Glück wie durch das Unglück ertödtet, und jedes Gefühl, das mir ge⸗ blieben, bezicht ſich auf mein Kind. — Ja, mein Herz iſt er⸗ ſtorben; wenn es noch bisweilen, ſelten, ſchlägt, ſo geſchieht es bei dem Andenken an die vergangenen Tage, bei dem Andenken an ein Glück, das ich leider nicht mehr fühlen ſoll.
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