Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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von Beauregard auf das eifrigſte den Hof mache. Die Geſell⸗ ſchaft hatte trotz ihrer gewöhnlichen Nachſicht dieſe Frau völlig ausgeſtoßen; ſie wurde in keinem Hauſe mehr geduldet, ſeit ihre Abenteuer an den Tag gekommen. Zweimal hatte Montal ſie auf das Land begleitet. Das war der Grund ſeines Aufent⸗ haltes in Melun. Was ſoll ich noch mehr ſagen? Ich war durch dieſe Nachricht ſo niedergedrückt, daß ſelbſt Mlle. Julie Mitleiden mit mir fühlte; ſie wollte ſich an Montal rächen, ſeine Spur ausfindig zu machen, ihn aufſuchen und ihn vor der Frau von Beauregard entlarven. Sie bot mir ihre Dienſte an.

— „Sie ſind keinem Schmerze, keiner Demüthigung ent⸗ gangen!“

Ich ſchlug es aus und kehrte in meine Wohnung zurück. — Was ich noch zu ſagen habe, iſt ſo ſchmerzlich, daß ich ſchnell darüber hingehen werde. Kurz nachher drückte mich die Noth ganz darnieder; in Folge meiner Krankheit hatte ich die Seh⸗ kraft faſt verloren und meine Arbeit brachte mir ſo wenig ein, daß ich die Miethe nicht bezahlen konnte. Ich verkaufte die wenigen Meubles, die ich beſaß, und nahm eine Wohnung in einem Cabinet garni.

— „Sie! Sie! Im Lurus erzogen!“

Das Ende meiner Schwangerſchaft kam heran und ich überwand einen entſetzlichen Widerwillen; mein Kind ſollte nicht das Opfer meines Stolzes ſein; ich begab mich in das Gebär⸗ haus, in dem ich und mein Kind die Pflege fanden, die ich mir bei meiner Armuth nicht hätte verſchaffen können.

Der Herr von Ker⸗Ellio barg ſein Geſicht mit beiden Hän⸗ den und ſeufzte.

Thereſe trocknete ihre Thränen und fuhr fort:

Nach vierzehn Tagen entließ man mich nach dem Herkom⸗ men mit meinem Kinde, das nun meine Freude und mein Schmerz war. Als ich in die Anſtalt ging, beſaß ich ungefähr vierzig Franes; durch meine Arbeit während meines Aufent⸗ halts dort konnte ich dieſe Summe noch um etwas erhöhen. Als ich herauskam, kaufte ich dieſe ſchöne Wiege für mein Kind, ſagte Thereſe, indem ſie auf dieſelbe zeigte; es war meine letzte Thorheit. Dann verſah ich dieſes ärmliche Dachſtübchen mit dem durchaus Nothwendigen und es blieb mir darauf gar nichts

übrig. Die Pflege, die mein Kind erforderte, nahm einen großen

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