„Wie ich es ſagte!“ fuhr Madame Heloiſe fort; „ſie ſagt kein Wort. So nimmt ſie die Güte auf, die man gegen ſie zeigt.“
— „Ja, Thereſe, Du haſt die abſcheuliche Gewohnheit, niemals auf die Vorwürfe zu antworten, die man Dir macht; es kann nichts Impertinenteres geben, als ein ſolches Be⸗ nehmen.“
„Hörſt Du, was man Dir ſagt?“ fiel Madame Heloiſe ein. „Ob ſie nur die Augen aufſchlägt!“
Thereſe richtete den Kopf empor und blickte traurig ihre Mutter an.
„Hm!“ ſagte dieſe ironiſch; „eine ſcheinheilige Miene anzunehmen, verſtehſt Du vortrefflich, das weiß man ſchon.“
— „Sie ſind ſehr ſtreng gegen mich, liebe Mutter,“ ſagte Thereſe mit bewegter Stimme.
„Warum nicht gleich lieber ungerecht?“ .
— „Beruhige Dich, Heloiſe, beruhige Dich,“ fiel Herr Achille ein; „wenn ſie die Abſicht gehabt hat, die Achtung gegen Dich aus den Augen zu ſetzen, ſo wird ſie es ſogleich bedauern, wenn ſie erfährt, wie gut wir gegen ſie ſind.“
Es giebt Leute Herr und Madame Dunoyer gehörten zu denſelben), welche das Gute auf eine Weiſe thun, als thäten ſie es höchſt ungern; der Fortgang dieſes Geſprächs wird zei⸗ gen, daß trotz der Bitterkeit dieſer erſten Worte der Banquier und ſeine Frau ihrer Tochter etwas anzukündigen glaubten, das ihr angenehm ſein würde. Vielleicht könnte man auch die Bit⸗ terkeit der Madame Heloviſe dem Neide zuſchreiben, den ſie über das künftige Schickſal ihrer Tochter empfand, wenn ſie auch den Augenblick der Trennung von Thereſen mit Vergnügen her⸗ annahen ſah.
Herr Dunoyer fuhr mit erhöhter Feierlichkeit fort:
„Du wirſt nun bald achtzehn Jahre alt, Thereſe; Du biſt heirathsfähig.“
Das Mädchen fühlte ihr Herz krampfhaft zuſammengepreßt, doch nahm ſie alle ihre Kräfte zuſammen, um gegen den Sturm kämpfen zu können, den ſie vorausſah. Eine Ahnung ſagte ihr, daß es ſich nicht um den Herrn von Montal handelke.
Herr Achille Dunoyer fuhr fort:


