Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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gung, berührte züchtig mit ihren Lippen die Stirn Montals und ſagte mit leiſer Stimme:

„Mein Eduard, dieſen erſten Kuß im Namen Deiner Mutter.“

Dann öffnete ſie raſch die Thüre und verſchwand.

IV. Die Heirath.

An dem Tage nach jenem, an welchem Thereſe Montal geſchworen hatte, nur ihm anzugehören, wurde ſie gegen zwei Uhr Nachmittags zu ihrem Vater beſchieden und ſie ging mit Miß Hubert zu ihrer Mutter hinunter. Madame Heloiſe be⸗ fand ſich gegen ihre Gewohnheit in dem Zimmer ihres Mannes.

Herr Achille ſagte zu der Gouvernante, er habe mit The⸗ reſen zu ſprechen und dieſe blieb allein bei ihrem Vater und ihrer Mutter, durch die feierliche, faſt ſtrenge Art, mit der man ſ

aufnahm, ziemlich eingeſchüchtert.

Herr Dunoyer verſchloß, als er ſich überzeugt hatte, daß Niemand ihn hören konnte, die Thüre des Zimmers, kehrte dann zu Thereſen zurück und ſagte in ernſtem ſententiöſem Tonet

„Obgleich Du nicht immer verdient haſt, was wir, ich —

und Beine Mutter, für Dich gethan haben, ſo wollen wir Dir doch einen neuen Beweis von unſerer Theilnahme geben.“

— „Und Gott gebe, daß Mademoiſelle dafür nicht undank⸗ bar ſei, wie für das Uebrige,“ bemerkte Madame Helviſe bitter.

Da bei der Conferenz, welche ſtattfinden ſollte, Dinge vorkommen konnten, welche in dem Herzen des Banquiers un⸗ angenehme Erinnerungen weckten, ſo wollte Heloiſe den Groll Achille's über die Geburt Thereſens dadurch mildern, daß ſie ſich ſehr hart gegen ihre Tochter zeigte.

Thereſe ſelbſt war ſchon zu lange an die Härte ihrer Mut⸗ ter gewöhnt, als daß ſie ſich beſonders ſchmerzlich davon berührt gefühlt oder ſich darüber gewundert hätte. Sie ſenkte ihrer Ge⸗ wohnheit nach den Kopf und ſchwieg.