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„Thereſe, — Sie ſind unbarmherzig.“
— „Und Sie —, wenn Sie dies thun, wenn Sie ſich tödten, ſo tödte ich mich auch, denn mein Herz iſt in Ihnen, mein Leben iſt in Ihnen, das einzige Glück, nach dem ich ſtre⸗ ben kann, liegt in Ihnen.“
Thereſe
— „Es iſt dies kein leeres Wort; — Sie kennen mich, Sie kennen die Entſchloſſenheit meines Characters. Ich bin jetzt bei Ihnen; um hieher zu gelangen, um wieder fort zu kommen, trotze ich der Schande, meinem Unglücke; beurtheilen Sie darnach, was mir noch zu thun übrig bliebe und was ich thun würde, wenn der Mann, für den ich ſo viel opferte, feig ſich ſelbſt umbrächte.“ *
„Feig, Thereſe!“
— „Feig —, Sie müßten ſich vor meiner Liebe fürchten.“
Die großartige Energie in dem Tone Thereſens, als ſie dieſe letzten Worte ſprach, läßt ſich nicht beſchreiben.
Der Herr von Montal ſchien durch dieſe Entſchloſſenheit beherrſcht, überwunden zu werden und rief in einem vortrefflich erheuchelten Liebesentzücken:
„Nun wohl, ja, ja, Thereſe, ich werde Deiner bewun⸗ dernswürdigen Aufopferung, ich werde Deiner würdig ſein, ich werde mich zu Deiner Höhe erheben, bewundernswürdiges Mäd⸗ chen, meine Bedenklichkeiten ablegen, nur noch einen Wunſch, einen Zweck haben, Dir durch unauflösliche Bande anzugehören. — Ja, Thereſe, ich ſchwöre es Dir mit einem Eide, den ich nie vergebens anrufe,“ fuhr Montal mit feierlicher Stimme fort, „ich ſchwöre es Dir bei dem Andenken an meine arme Mutter — was auch geſchehen möge, ich bin Dein, auf ewig Dein.“
— „Und ich,“ rief Thereſe begeiſtert, „ich, die ich in der Welt nichts Heiligeres habe als meine Liebe, ich ſchwöre Ihnen im Namen dieſer Liebe, was auch geſchehen möge, nur Ihnen anzugehören. Ja, ich bin für ewig die Ihrige.“
Das junge Mädchen ſtreckte mit funkelnden Augen und ſtrahlender Stirne beide Hände Montal entgegen.
Dieſer ſchlug die Augen gen Himmel und hatte die empö⸗ rende Frechheit, mit einer Stimme, die er rührend zu machen wußte, die läſterlichen Worte zu ſprechen:
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