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das ich noch beſitze, verbraucht iſt, bleibt mir nichts als Armuth, die ſchrecklichſte Armuth.“
„Mein Gott! Mein Gott!“ rief Thereſe ſchluchsend.
— „Ich werde nicht einmal Brod haben, Thereſe, denn ich beſitze in mir ſelbſt kein Hülfsmittel, — ich tauge zu nichts. Im Lurus erzogen, habe ich an eine ſolche Zukunft nie gedacht. Mein Geſundheitszuſtand hindert mich, mein Brod durch Hand⸗ arbeit zu verdienen.“
„Er — er, dahin gebracht, großer Gott! 4.
— „Ich geſtehe es, es iſt ſchwach, es iſt feig, aber ich werde nicht die Kraft haben, die Armuth zu ertragen. Bedenken Sie, Thereſe, zu frieren, zu hungern, nicht zu wiſſen, wohin das Haupt legen und das vielleicht ein langes Leben hindurch! Ach, lieber den Tod, tauſendmal lieber den Tod als ein ſolches Leben!“
„Aber was ſoll aus mir, aus mir werden, wenn Sie ſich umbringen? — Was Sie da ſagen, zeugt von entſetzlichem Egois⸗ mus. Weil der Zufall mir Vermögen giebt, weil der Zufall Sie in Armuth ſtürzt, müſſen Sie meiner Liebe, müſſen Sie dem Leben entſagen?“
— „Thereſe, es wäre ehrlos, wollte ich Sie an mein jämmerliches Schickſal feſſeln. Das Unglück hat auf meinem ganzen Leben ſchwer gelaſtet, und in dem Augenblicke, da ich das Glück, das einzig wahre Glück erreicht zu haben glaube, muß ich ihm entſagen. Es iſt entſetzlich!“
Und der Herr von Montal vergoß von neuem heuchleriſche Thränen.
„Eduard, Sie machen mich wahnſinnig!“ rief Thereſe aus, die ſchon faſt von Sinnen gekommen warz; „dieſes grau⸗ ſame Zartgefühl wird mich zum Aeußerſten treiben.“
— „Thereſe, um Gottes willen, beruhigen Sie ſich! 6
„Noch dieſen Abend werde ich meinem Vater alles ſagen,“ fuhr Thereſe im Tone ruhiger Entſchoſſenheit fort, welcher den Grafen erſchreckte. Das hieß zu bald von ſeinen Plänen ſprechen.
— „Thereſe, davor hüten Sie ſich.“ „Beruhigen Sie ſich, Eduard, ich werde Ihr Zartgefühl
ſchonen. Sie haben es ſelbſt geſagt, Sie ſind nie glücklicher
geweſen als in dieſer beſcheidenen ſtillen Wohnung. Wie viel


