Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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nach Hauſe gekommen war, der Banquier ihm die Hand The⸗ reſens beſtimmt zugeſagt hatte.

Man hat geſehen, daß der Herr von Montal nach dem Geſpräche mit ſeinem Vetter zwei Briefe geſchrieben hatte, einen an Julien, den andern an Thereſen. Der Letztere war geheim⸗ nißvoll, drohend, und Thereſe mußte, nach den Umſtänden, die wir auseinandergeſetzt haben, zu der Zuſammenkunft eilen, die der Graf erbeten hatte. Den andern Tag um drei Uhr war ſie bei ihm.

Die Wohnung, welche Montal in dem Hauſe des Ban⸗ quier inne hatte, beſtand aus drei kleinen Piecen, einem Vor⸗ zimmer, einem nicht meublirten Cabinette zur linken und einem Schlafzimmer zur rechten Hand. In dieſes führte der Graf Thereſen.

Nachdem er die Thüre geſchloſſen hatte, ſank der Graf vor dem jungen Mädchen nieder, ohne ein Wort zu ſprechen und verhüllte ſein Geſicht mit beiden Händen.

Thereſe war bleich und erſchrocken; ſie konnte ſich kaum aufrecht erhalten und lehnte ſich an den Marmor-Kamin. Ihre großen ſchwarzen Augen füllten ſich mit Thränen, ihre Lippen zitterten krampfhaft und ihr Buſen wogte heftig.

Nach einigen Minuten richtete Montal ſein von Thränen überſtrömtes Geſicht wieder auf (er verſtand zu weinen); er faltete die Hände und ſprach mit einer von Schluchzen unter⸗ brochenen Stimme:

„Es iſt geſchehen. Leb' wohl, Thereſe! Leb' wohl auf ewig!“

Die Züge Montals waren ſchön, regelmäßig; ſein treff⸗ lich erheuchelter Schmerz und ſeine Bläſſe gaben ſeinem Geſichte einen rührenden Ausdruck. Als er mit ſchmerzlich bewegter Stimme wiederholte: „Es iſt geſchehen. Leb' wohl, Thereſe! Lebe wohl auf ewig!“ — fühlte ſich Thereſe im Innerſten er⸗ ſchüttert, ſo daß ſie in Verzweiflung mit unglaublicher Ent⸗

ſchloſſenheit ausrief:

„Nein, nein — Ich weiß zwar nicht, was Sie mir noch

ſagen wollen, ich weiß nicht, was uns bedroht; aber nichts in

der Welt wird mich von Ihnen trennen.“ — „Aber, Thereſe, ich bin arm. Wenn das Wenige,