42
Plan gegen Thereſen durchzuführen; da aber der Banquier durch die Bekanntſchaft mit dem Grafen die Vortheile nicht erlangt, die er davon erwartet hatte, ſo wurde er alsbald müde, eine „milchende Kuh“ zu ſein, wie er ſich ausdrückte, und be⸗ nahm ſich deshalb bald ſehr kalt gegen den Herrn von Montal.
So gleichgiltig dem Bangquier auch Thereſe war, ſo würde er ſie doch nie dem Grafen von Montal gegeben haben, der, wie er wohl wußte, völlig ruinirt war; Dunoyer wollte in Uebereinſtimmung mit ſeiner Frau, die ihre Abneigung gegen ihre Tochter immer weniger verbarg, derſelben eine ſo geringe Mitgift als möglich geben und ein armer Schwiegerſohn wäre für ihn natürlich eine Laſt geweſen.
Dem Grafen waren die Hinderniſſe, die er vorausſah, nicht unlieb, denn ſie mußten die Leidenſchaft Thereſens noch ſteigern und ſie ihrem Verderben entgegenführen. Nachdem er von der tiefen Liebe, die er geweckt hatte, überzeugt war, enthüllte er eines Tages Thereſen das angebliche Geheimniß, das er ihr bis dahin verheimlicht hatte.
Der Graf geſtand unter Thränen dem jungen Mädchen, daß er arm ſei, daß er am Rande der Armuth ſtehe. Lange habe er gehofft, einen Prozeß zu gewinnen, aber er müſſe jetzt dieſe Hoffnung aufgeben, da der Prozeß verloren ſei. Er fürchte indeß die ſchreckliche Armuth nicht, in die er verſinken müſſe, nein, vor dieſen Leiden könne ihn der Selbſtmord bewahren, er beklage nur die Nothwendigkeit, der. Hand Thereſen zu entſagen. Sie ſei zu reich — für ihn; da er jetzt ſo arm ſei, könne er nicht daran denken, ſie zu heirathen; ſein Gefühl widerſtrebe einer ſolchen Verbindung.
Dieſe Bedenklichkeiten kamen ohne Zweifel etwas ſpät, aber Thereſe konnte dies nicht wiſſen, und dachte nicht daran. Im Gegentheil, ihr edler Stolz empörte ſich darüber, daß 3 Montal eine ſolche Berechnung anzuſtellen wagte. Sie warf ihm bitter vor, daß er an andere Intereſſen, als an die ihrer Liebe denke. „Iſt es meine Schuld,“ ſagte ſie, „daß ich reich bin?“ £
Montal blieb unerbittlich.
Der Auftritt, von dem wir eben ſprachen, erfolgte in dem Garten von Monceau. Da Miß Hubert krank war, ging Thereſe ſeit einigen Tagen mit einem Kammermädchen und ihrer


