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erobern ſich bemühten, um ganze Tage lang in der kleinen Wohnung zu verbringen, die er in dem Hauſe Dunoyer's ge⸗ miethet? Verließ nicht der ſo geſuchte Mann die Geſellſchaften, um das höchſte Glück darin zu finden, unter einem Dache mit Thereſen zu ſein? War ſeine Liebe nicht ſo glühend als auf⸗ richtig? Wenn er nicht ſogleich bei dem Vanguier um ihre Hand angehalten hatte, ſo war es nur geſchehen, um ſich zuerſt die Zuſtimmung Thereſens zu erwerben, denn er wollte eine Heirath aus Liebe.
Es braucht nicht erwähnt zu werden, daß der Mann, den wir Julien gegenüber ſo einſchmeichelnd, ſo gefügig, ſo kriechend geſehen haben, der das Mädchen durch Schmeicheleien und er⸗ heuchelte Zärtlichkeit getäuſcht, der nicht verſchmäht hatte, das heilige Andenken an ſeine Mutter zu entweihen, daß mit einem Worte Montal, an jede Verſtellung, an jede Liſt, an jede Schändlichkeit gewöhnt, leicht das junge, warme, unverdorbene Herz gewinnen mußte, das, ſeit ſo vielen Jahren bedrückt und verletzt, an die erſte Betheuerung der Liebe, die man ihm machte,
glauben und Dank eben ſowohl für die Liebe fühlen mußte, die es ſelbſt empfand, als für die, welche es einflößte.
Sehr wenige Mädchen in der Lage Thereſens würden dieſer Verführung widerſtanden haben, die um ſo gefährlicher war, weil ſie den ehrenwertheſten Zweck zu haben ſchien.
Man muß, um die Siege Montal's und derer, die ihm gleich ſind, zu erklären, Siege, die immer große Verwunderung
erregen, wenn man die jämmerlichen Eigenſchaften der Männer
bedenkt, welche ſie erhalten, Vergleiche und Analogien in den niedrigſten Claſſen der Geſellſchaft ſuchen.
Man wird finden, daß dieſe Männer ihre Siege faſt immer einer eben ſo gehäſſigen als ſchlauen Heuchelei verdanken, die darin beſteht, entweder ſchwache und zutrauliche Perſonen als Beſchützerinnen anzurufen oder bei gebrandmarkten Geſchöpfen ſich zu erniedrigen.
Die gemeinen Frauen, die Schande und der Auswurf ihres
Geſchlechtes, welche ihre Verdorbenheit durch die Verachtung
büßen, die ſie erdulden, ſind nicht die häßlichſten Geſchöpfe des
Schmutzes, in dem ſie ſich bewegen; es giebt noch einen Grad
unter dieſer Schande. Ja, es giebt Männer, die für dieſe Ge⸗ ſchöpfe das ſind, was Montal für Julie war.
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