Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Einige Worte werden erklären, was den Banquier bewog, Ewen ſo raſch dieſen Heirathsantrag zu machen.

Trotz ſeinem großen Vermögen befand ſich Herr Dunoyer bisweilen in Verlegenheit; ſeine ungeheuren Speculationen er⸗ forderten alle ſeine disponiblen Gelder und die bedeutende Rück⸗ zahlung, die er Ewen in naher Zeit zu leiſten hatte, genirte ihn ein wenig, ob er gleich die ganze Summe zu der Verfallzeit bereit hielt.

Wir haben geſagt, daß Herr Achille Dunoyer den Ein⸗ druck errathen, den Thereſe auf Ker⸗Ellio gemacht hatte, und er entwarf ſogleich einen Plan, der ihm anfänglich freilich ſehr thöricht, bald aber doch leicht ausführbar vorkam.

Es handelte ſich darum, Ewen mit Thereſen zu ver⸗ heirathen.

Dieſe Verbindung gewährte dem Herrn Achille Dunoher

mehrere Vortheile; er konnte Thereſen verheirathen, ohne ihr eine Mitgift zu geben, er wurde das Mädchen los, das immer unangenehme Exinnerungen in ihm weckte, und er konnte frei mit dem Gelde des Barons gebahren, ſtatt ihm daſſelbe in naher Zeit zurückzahlen zu müſſen.

Herr Achille Dunoyer gehörte einer Familie an, die ſo

verſchiedene Speculationen unternommen, daß er ſchon ſehr frühzeitig und gleichſam durch Tradition eine gewiſſe Menſchen⸗ kenntniß erlangt hatte, wonach er die Menſchen in zwei Claſſen eintheilte — in betrügende und betrogene. Den Herrn von Ker⸗Ellio hatte er ſogleich unter die Betrogenen eingeordnet. Angenommen nun, daß die Schönheit Thereſens wirklich

auf den Baron einen tiefen Eindruck gemacht hatte, ſo mußte

dieſer, nach der Meinung des Banquiers, hoch erfreut ſein, ſich mit ihr chelich zu verbinden und in Geldſachen ſich ſehr nach⸗ giebig zeigen. Sich über die Moralität Ewen's zu erkundigen, fiel ihm nicht ein. Uebrigens ſind die Leute, die zu der Claſſe gehören, in welche er den Pen⸗kan⸗guer einordnete, immer

überrechtſchaffen, wie der alte ſelige Dunoyer zu ſagen

pflegte.

Man ſieht, daß die Vorausſicht Dunoyers ſich in nichts

3 geirrt hatte und daß Herr von Ker⸗Ellio ſeinen liebſten Wun⸗

ſchen ſogar entgegenkam. Leider ſollte der Plan des Banquiers auf einer andern

Sb⸗

—— —

—