Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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„Sie ſagen das, um mir zu ſchmeicheln; aber gleichviel, wenn ich für das Mädchen auch nur die Hälfte Ihrer Compli⸗ mente annehme, ſo bleibt noch immer ſehr viel übrig. Glauben Sie wohl, daß das erſte Wort der jungen Männer, welche an meine Tochter denken, immer iſt: wie viel bekommt ſie?“

— „Ich bitte Sie!“

„Das ſetzt Sie in Erſtaunen, empört Sie? Es iſt aber doch ſo. Man weiß, daß ich reich bin und daß Thereſe, wenn ich auch bei meinen Lebzeiten nicht viel für ſie thun ſollte, nach meinem Tode eine hübſche Summe bekommen dürfte. Aber nein; man will ſogleich genießen; man ſpricht nur von der Mitgift, denkt nur an die Mitgift, träumt nur von der Mitgift. Ach, mein lieber Herr von Ker⸗Ellio, ein Vater, der eine hei⸗ rathsfähige Tochter hat, iſt ſehr unglücklich.“

Und Herr Dunoyer ſtieß einen heuchleriſchen Seufzer aus, während er von der Seite den Herrn von Ker⸗Ellio betrachtete, um zu ſehen, welchen Eindruck dieſe Tirade auf ihn machte.

Die Hand Thereſens zu erhalten, war für Ewen ein ſo unwahrſcheinliches Glück; es würde ihm ſo fabelhaft vorge⸗ kommen ſein, daß Herr Dunoyer ſie ihm gleichſam antrug, daß der Baron keine der Anſpielungen merkte und einfach ant⸗ wortete:

„Ich möchte aber doch glauben, daß Sie im Beſitz einer Tochtet wie Fräulein Thereſe unter den Gewählteſten nur zu wählen brauchten.“

„Sollte ich mich geirrt haben?“ — dachte Dunoyer; — „machen wir noch einen andern Verſuch. Die Bretagner haben einen ſo harten Kopf, daß man derb anklopfen muß.“ Laut fuhr er ſodann fort: „ich habe ohne Zweifel zu wählen, mein werther Herr von Ker-Ellio, aber bis jetzt habe ich bei dieſer ſchönen Wahl nichts gefunden, was der Mühe werth geweſen wäre. Sie können ſich denken, daß das Glück einer geliebten Tochter — von Wichtigkeit iſt, ich wollte deshalb Thereſen kei⸗ nem Springinsfeld, keinem leichtſinnigen Verſchwender geben, der ſie unglücklich machen würde. Am willkommenſten . .. und Herr Dunoyer betonte dieſe Worte recht abſichtlich, ſo daß der Baron errathen mußte, was der Banquier wollte — „am willkommenſten, mein werther Herr von Ker-Ellio, würde mir für Thereſen ein geſetzter, rechtſchaffener, ernſter Mann von 3*