32 3 „Wie! Sie nehmen an ohne nur zuwiſſen, was ich Ihnen vorſchlage, ohne mich nach den Garantien zu fragen, welche ich bieten könnte?“ — „Sie haben mir geſagt, daß es vortheilhaft ſei.“ „Allerdings, und ich will es Ihnen beweiſen .. — „Es iſt bewieſen, wenn Sie mir es ſagen.“
„Wahrhaftig, Herr Baron, ohne Compliment, die Leute
wie Sie ſind ſelte . Aber wiſſen Sie, daß Sie ſehr un⸗ recht thun würden, dies Spiel mit Jedermann zu wagen? Mein Haus iſt, Gott ſei Dank! bekannt und ſolid, indeſſen . . .“
— „Glauben Sie mir, Herr Dunoher“, ſagte Ewen, indem er den Banquier unterbrach — „„ich handele nicht ſo aus Leichtſinn und Unbeſonnenheit; ich weiß, wem ich mein Ver⸗ trauen ſchenke.“
„Ach, Herr Baron, Ihre Worte machen einen unbeſchreib⸗
lichen Eindruck auf mein Herz“, entgegnete der Banquier ge⸗ rührt, — „und ich muß wiederholen, was ich eben ſagte: Männer wie Sie ſind ſelten. Man iſt jetzt ſo habſüchtig, ſo begierig, ſo gewinnſüchtig!“
— „Bei Ihrem Geſchäfte und bei Ihren verſchiedenen Verbindungen werden Sie freilich häufig Gelegenheit haben, Habſucht bei Andern zu bemerken.“
„Dies zu bemerken, habe ich doppelt Gelegenheit, einmal als Bangquier und ſodann als Vater eines heirathsfähigen Mädchens.“
Ewen zuckte zuſammen, erröthete, ſchlug die Augen nieder und antwortete nichts.
Herr Dunoyer bemerkte die Verlegenheit Ewens, lächelte und fuhr fort:
„Ich habe z. B. eine Tochter, die allerdings gerade keine Schönheit und überdies etwas ſchüchtern, etwas originell iſt, die aber eine vortreffliche Erziehung genoſſen und eine engliſche Gouvernante gehabt hat, alſo doch eher annehmlich iſt als nicht, nicht wahr, Herr von Ker⸗Ellio? — ich berufe mich auf Ihren bretagniſchen Freimuth.“
Cwen hatte ſeine Faſſung wieder gefunden und antwortete aufrichtig und unverſtellt:
— „Ich finde Ihre Tochter mehr als ſchön . Ich ſah niemals ein zugleich reizenderes und ausdruckvolleres Geſicht.“
₰ .
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