30 Montal gelangte ganz einfach in das große Haus, das
Herr Dunoyer bewohnte und deſſen Thor fortwährend offen
ſtand. Er machte entweder dem Banquier einen Beſuch, und ging, ſtatt die Treppe hinabzugehen, in das vierte Stockwerk hinauf, oder er hüllte ſich Abends in einen Mantel, ſetzte eine grüne Brille auf, galt ſo für Herrn Bernard, den angeblichen Miether, und verließ den andern Abend zu derſelben Stunde und auf dieſelbe Weiſe das Haus wieder.
IHIH. Der Antrag.
Herr von Ker⸗Ellio kam ruhiger in ſeine Wohnung zurück. Nach dem Geſpräche mit Montal hatte er nur wenig Hoffnung, er hatte aber ſeinen liebſten Wunſch nicht aufgegeben.
In dem Augenblicke, als der Baron in ſeiner Wohnung erſchien, ſagte einer der Kellner zu ihm:
„Es wartet ein Herr auf Sie; er fragte, um welche Zeit Sie gewöhnlich nach Hauſe kämen, und ich ſagte, um fünf Uhr; es war halb fünf Uhr. Der Herr wollte auf Sie warten und er befindet ſich hier im Saale.“
Ewen, der ſich über dieſen Beſuch ſehr wunderte, da er außer Montal, Beauregard und Dunoyer in Paris Niemanden kannte, begab ſich in den Saal, und wie erſtaunte er, als er den Banquier da ſah!
Obgleich die Ankunft des Vaters Thereſens für Ewen nichts Außerordentliches hatte, ſo mußte ihm doch die Seltſam⸗ keit auffallen, wenn er an den Schritt gedachte, den Montal für ihn thun ſollte.
„Sie werden mich entſchuldigen, Herr Baron, daß ich durchaus auf Sie warten wollte“, ſagte der Banquier zu
Cwen; „da ich Ihnen aber etwas Wichtiges mitzutheilen habe, ſo wollte ich das Vergnügen, Sie zu ſehen, nicht bis morgen
verſchieben.“


