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ſehr troſtlos macht. Sie bietet mir aber doch ihre Liebe an, die, alles betrachtet, auch nicht ganz zu verſchmähen iſt, beſon⸗ ders wenn es etwas Heimlichkeit dabei giebt, denn Julie kann noch immer für eine recht angenehme Zerſtreuung gelten, ſelbſt für einen Mann, der ſich mit Fräulein Dunoyer beſchäftiget.“
Und Herr von Montal ſchrieb den folgenden Brief an Thereſen:
„Ich muß durchaus mit Ihnen ſprechen; ein entſetzliches Unglück bedroht unſere Liebe . . ., d. h. mein Leben. Heute Abend werde ich hinauf gehen und die Nacht da bleiben; mor⸗ gen erwarte ich Sie an meiner Thüre . . . Ihre Schweſter geht um drei Uhr mit Miß Hubert aus, um die gewöhnliche Promenade zu machen . . Schützen Sie Kopfweh vor, um zu Hauſe zu bleiben; dann können Sie zu mir heraufkommen, es wird keine Gefahr zu fürchten ſein . . Ach, Thereſe, die Kraft gebricht mir . . ., welcher ſchreckliche Schlag! Meine Thränen fließen, ich muß verzweifeln . . .“
Nachdem Montal dieſes Brieſchen geſchrieben hatte, über⸗ las er es laut und ſagte:
„Ja ſo iſt es recht zerriſſener Styl .. eine ebenſo entſetzliche als geheimnißvolle Drohung . . . Sie wird kommen . . Das letzte Mal wagte ſie ſich nur einige Schritte in das Vorzimmer herein, und ihre Schüchternheit war ſo groß, als ſie ſich allein mit mir ſah, daß ſie erblaßte und ich faſt er⸗ ſchrak. Zum Glück beruhigte ſie mein achtungsvolles Benehmen; morgen wird ſie nicht zögern .. noch weiter zu kommen. Jetzt an Julien; eine andere Perſon, ein anderer Styl ...
„Du verdienteſt, boshafter Dämon, daß ich noch länger alle Strenge gegen Dich übte; aber ich bin zu gutmüthig, ich kann Deinen kleinen artigen Entſchuldigungen nicht widerſtehen; ja, ich werde Dich wiederſehen wie in der ſchönen Zeit, aber unter der Bedingung, daß kein Wort von einem thörichten Streiche geſprochen wird, zu welchem nur Du anreizen konnteſt, und über den ich jetzt aus Herzensgrund lache. Adieu, Julie, übermorgen früh küſſe ich Dich; erwarte mich.“
Einen dieſer beiden Briefe ſchickte Montal an Julien, den andern an Roſalien, das Kammermädchen Thereſens, das er gewonnen hatte, und unter deren Namen er die Briefe an Fräu⸗
lein Dunoyer brachte.


