Teil eines Werkes 
2. Band, Therese Dunoyer : 2. Band (1845) Thérèse Dunoyer
Entstehung
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zurufen will: hoffen Sie! — kann ich doch auch eben ſo wenig ſagen: geben Sie alle Hoffnung auf. Auf der einen Seite iſt Ihre Geburt glänzend, Ihr Vermögen anſehnlich, und Sie be⸗ ſitzen vortreffliche Eigenſchaften; auf der andern Seite freilich iſt Dunoyer ſehr reich, er kann andere Abſichten mit ſeiner Toch⸗ ter haben, und ich glaube nicht, daß Fräulein Dunoyer andere Abſichten hat, als ihre Aeltern“ — ſetzte Montal heuchleriſch hinzu. „Sie ſehen alſo, die Chancen ſtehen ſo gleich, daß es unmöglich iſt, den Erfolg Ihrer Bewerbung vorauszuſehen. Geſtatten Sie mir, Ihnen noch einen ſehr wichtigen Rath zu ertheilen, und zwar in Ihrem wie in des Mädchens Intereſſe.“

„Was meinen Sie?“

— „Der Auftrag, den Sie mir geben, iſt ein ſehr delicater.“

„Allerdings.“

— „Wenn die Sache mißlänge, würde es Ihnen und Fräulein Dunoyer unangenehm ſein, wenn ſie vor der Zeit be⸗ fannt würde; die böſe Welt würde nicht ermangeln —“

„Beruhigen Sie ſich, Vetter“, unterbrach Ewen den Herrn von Montal; „außer Ihnen wird kein Menſch von dem Schritte etwas erfahren; und wäre der Abbé von Kerouellan, mein alter Freund, hier, ich würde ihm nichts davon ſagen.“

— „Noch etwas: Herr Dunoyer iſt ſehr ängſtlich in Ge⸗ ſchäften; er wird in der Sache eben ſo bedächtig und vorſichtig gehen wollen, in die Bretagne ſchreiben, um Nachrichten über Sie einzuzichen u. ſ. w. Das Alles muß natürlich die Sache verzögern.“

„Leider wahr.“

— „Sind Sie überzeugt, Ihre Ungeduld ſo weit beherr⸗ ſchen zu können, um nicht ſelbſt zu Herrn Dunoyer zu gehen, und das zu beendigen, was ich angefangen habe? In dem letztern Falle möchte ich mich lieber nicht damit befaſſen, denn Sie ſehen ein, daß meine Rolle —

Ewen unterbrach den Grafen noch einmal und ſagte:

„Einer ſolchen Rückſichtsloſigkeit, einer ſolchen Undankbar⸗ keit bin ich nicht fähig. Ich gebe Ihnen mein Wort, Sie allein in der Welt ſollen von dieſem meinen Wunſche wiſſen; von Ihnen allein will ich die Antwort erwarten, die meine Hoffnun⸗ gen vernichten oder ermuthigen ſoll; ich werde Herrn Dunoyer